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Bordeaux (Frankreich) – Wo vor wenigen Tagen noch Kiefern rauschten und Familien in ihrem Zuhause waren oder ihre Ferien verbrachten, bietet sich heute ein Bild des Grauens. Entlang der Straße zwischen Cap Ferret und Bordeaux zieht sich eine Schneise der Verwüstung durch die Landschaft. Häuser sind verschwunden, Autos ausgebrannt, ganze Waldabschnitte zu schwarzer Ödnis geworden.

Der verheerende Waldbrand hat seit Mitte Juli bereits eine Fläche zerstört, die etwa viermal so groß ist wie Paris. Mehr als 260.000 Menschen mussten ihre Heimat verlassen. Über 240 Gebäude wurden vollständig vernichtet. Besonders hart getroffen wurde die Region entlang der Schnellstraße D106. Dort stehen teilweise nur noch verkohlte Grundmauern. Von vielen Häusern blieben lediglich Schornsteine und Trümmerfelder übrig.

Wie durch ein Wunder blieb das Haus mit der roten Mauer in Le Porge von den Flammen unbeschädigt. Rundherum ist alles niedergebrannt

Wie durch ein Wunder blieb das Haus mit der roten Mauer in Le Porge von den Flammen unbeschädigt. Rundherum ist alles niedergebrannt

Foto: Manon Cruz/REUTERS

Feuerwalze verschlingt ein Paradies

Bei Blagon sackte eine Villa unter der gewaltigen Hitze des Feuers regelrecht zusammen. Im Garten liegen heute Mauerreste, verbrannte Metallteile und das Wrack eines Pick-ups. Im Inneren erinnern nur noch ein Ofen, einige zerstörte Stühle und Heizkörper daran, dass hier einst Menschen lebten, wie die „Daily Mail“ berichtet.

Verbrannte Autos und Möbelstücke blieben nach dem Inferno zurück

Verbrannte Autos und Möbelstücke blieben nach dem Inferno zurück

Foto: Yves Herman/REUTERS

Die Katastrophe hat auch Tiere nicht verschont. Bilder aus der Gironde zeigen verbrannte Rehe. Besonders tragisch: Ein Tier schaffte es, an den scheinbar sicheren Strand zu flüchten. Dort verendete es völlig erschöpft.

Eine Drohe zeigt das Ausmaß der Zerstörung aus der Luft. Das Feuer fraß sich durch Gebäude, Fahrzeuge und Wälder

Eine Drohne zeigt das Ausmaß der Zerstörung aus der Luft. Das Feuer fraß sich durch Gebäude, Fahrzeuge und Wälder

Foto: FLORIAN PLAUCHEUR/AFP

Gespenstische Stille statt unbeschwertem Ferienglück

Die Region gilt als eine der begehrtesten Frankreichs, ähnlich wie die Hamptons in den USA. Wohlhabende Familien besitzen hier Ferienhäuser, viele verbringen ihre Sommer und Feiertage an der Atlantikküste. Doch aus dem exklusiven Rückzugsort ist jetzt ein Katastrophengebiet geworden.

Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez (62) spricht von einer „beispiellosen“ Lage. Das Feuer habe ein Eigenleben entwickelt und verhalte sich völlig unberechenbar. Rund 40.000 Hektar Land wurden bereits von den Flammen erfasst.

Mehrere Spezialflugzeuge versuchen von oben das Feuer einzudämmen, werfen Flammschutzmittel auf die Wälder ab

Mehrere Spezialflugzeuge versuchen, das Feuer einzudämmen, werfen Löschmittel auf die Wälder ab

Foto: action press

Bordeaux rückt ins Visier des Feuers

Und die Gefahr rückt immer näher an Bordeaux heran. Die Feuerwehr kämpft ununterbrochen gegen die Brandfront. Unterstützt werden sie von Landwirten, Winzern und Freiwilligen. Mit Traktoren ziehen sie Schneisen durch die Landschaft, andere löschen kleinere Brandherde mit Wassertanks auf ihren Pick-ups.

Über den Wäldern kreisen Spezialflugzeuge. Immer wieder werfen sie Löschmittel über die ausgetrockneten Gebiete ab, um das Feuer irgendwie zu bremsen. Präsident Emmanuel Macron (48) machte bei einem Besuch in Bordeaux deutlich, wie ernst die Lage bleibt: Die kommenden Wochen würden schwierig werden.

Die Feuerwehr kämpft rund um die Uhr gegen das Flammenmeer

Die Feuerwehr kämpft rund um die Uhr gegen das Flammenmeer

Foto: action press

Während Einsatzkräfte weiter gegen die Flammen kämpfen, bleibt für viele Bewohner nur Fassungslosigkeit. Zwischen Asche, verbrannten Erinnerungen und zerstörter Natur steht die bange Hoffnung, dass das Feuer endlich gestoppt werden kann. Denn noch ist das Inferno nicht besiegt.