Stark gelichtet war der Trainingskader am Dienstagnachmittag beim Fußball-Bundesligisten FC Augsburg. Die WM-Spieler standen noch nicht auf dem Platz, einige Spieler, wie Chrislain Matsima, sind bis jetzt nicht trainingsbereit und Sima Suso radelte früher als alle anderen Richtung WWK-Arena. Der medizinischen Abteilung des FCA wird es nicht langweilig vor dem Testspiel gegen den englischen Premier-League-Klub AFC Bournemouth am Donnerstag (16 Uhr in Saalfelden).

Alexis Claude-Maurice zurück auf dem Trainingsplatz

In einer Phase der Vorbereitung, in der die Automatismen langsam eingeübt werden sollten, ist beim FCA weiter Improvisationstalent gefragt. Doch Cheftrainer Manuel Baum bewertete die physischen Rückschläge am Dienstag als Nebeneffekt einer harten Bundesliga-Vorbereitung. Wo intensiv gearbeitet wird, stoßen Körper an Grenzen. „Es ist schwierig zu sagen“, blickte Baum gewohnt analytisch und gelassen auf das anstehende Personalgefüge.

Die Verletztenliste nimmt er pragmatisch zur Kenntnis. „Alexis war heute auf dem Platz, ich hoffe, er kann ein paar Minuten spielen. Bei Mert (Kömür) wissen wir es nicht, bei Dimi (Giannoulis) genauso. Mert hat gegen Saarbrücken einen Schlag gegen das Sprunggelenk bekommen. Es ist keine schlimme Verletzung, aber schmerzhaft“, bilanziert der Trainer nüchtern. Mads Pedersen fehlte am Dienstag aus familiären Gründen. Dazu gesellte sich mit Sima Suso ein weiterer angeschlagener Spieler zu den Rekonvaleszenten. Der Neuzugang aus Düsseldorf musste die Einheiten vorzeitig abbrechen – die Adduktoren streiken im harten Trainingsbetrieb.

Manuel Baum: Die Vorbereitung ist die Honeymoon-Phase der Saison

Es gehört zum grundlegenden Handwerk einer Sommerplanung, solche personellen Engpässe aufzufangen. Zumal Baum ohnehin davor warnt, den aktuellen Momentaufnahmen in der Sommerhitze zu viel Gewicht beizumessen. Die verletzungsbedingten Rotationen passen für ihn ins Bild einer Phase, die ohnehin oft ein falsches Gesicht zeigt. „Ich hab’ mir abgewöhnt, große Bewertungen in der Vorbereitung vorzunehmen. Die sind trügerisch. Die Vorbereitung ist die Honeymoon-Phase der Saison, da ist alles irgendwie schön und toll und super“, zieht er einen Vergleich mit den Flitterwochen. Baum weiter: „Man muss erst einmal ein paar Erlebnisse miteinander haben, wie ein Spiel verlieren, mal nicht von Anfang spielen, mal ausgewechselt werden. Erst dann bekommt man ein vollumfängliches Bild“, sagte Baum. „Ein erstes Fazit gibt es erst nach der Vorbereitung.“