28. Juli 2001. Erster Spieltag der Bundesliga-Saison 2001/2002. Ein Tag
voller Überraschungen. Der 1. FC Kaiserslautern triumphierte mit Trainer
Andreas Brehme († 2024), von BILD
kurzerhand in „Big Brehme“ umgetauft, mit 4:0 bei 1860 München und setzte sich
an die Tabellenspitze.
2001: Als der BVB Amoroso holte…
Der FC Energie Cottbus ging in sein zweites Bundesliga-Jahr – und schlug im
Stadion der Freundschaft gleich den Hamburger SV mit 1:0.
Den Vogel schoss aber Borussia Mönchengladbach auf dem Bökelberg ab: 1:0
gegen Titelverteidiger Bayern München.
Mit großer Vorfreude blickten Fans und Medien nach Dortmund. Der BVB empfing
den Rückkehrer 1. FC Nürnberg.
Wie viel Geld zahlte der BVB für den Transfer von Marcio Amoroso?
BVB-Coach Matthias Sammer (34) brachte die beiden Spieler, für die der an
der Börse notierte Bundesligaverein umgerechnet mehr als 36 Millionen Euro
bezahlt hatte, gegen Nürnberg gleich von Beginn an: Jan „Dino“ Koller vom RSC Anderlecht und
eben den neuen Bundesliga-Rekordtransfer Marcio Amoroso.
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Mit der Rekord-Summe von 25,5 Millionen Euro überholte Marcio Amoroso
seinen 2000 für umgerechnet 18 Mio. Euro von der AS Rom zu Bayer Leverkusen
gewechselten brasilianischen Landsmann „Il Puma“ Emerson.
Für die beiden Neuen war, wie das BVB-Stadionmagazin Borussia aktuell
titelte, klar: „Wir verzaubern die Bundesliga.“
Und Amoroso verriet: „Elber hat beschrieben, wie sich der Pokal anfühlt.“
„Ein Sensationstransfer, sportlich wie wirtschaftlich.“
Wie es sich anfühlt, einen Bundesliga-Rekord-Transfer zu finalisieren,
das schilderte Dortmunds Manager Michael Meier (76) dem Kicker-Sportmagazin
(Ausgabe vom 5. Juli 2001), nachdem der BVB-Macher einen Tag zuvor im
Rittersaal des Schlosshotels in Merlischachen (Schweiz) die Unterschrift von
Marcio Amoroso sicher hatte.
„Ein Sensationstransfer, sportlich wie wirtschaftlich“, freute sich
Meier, der Kicker schrieb von einem „Großangriff auf Bayern“, den die
Dortmunder, aufgerüstet mit den Börsen-Millionen für Amoroso, Koller und
Amorosos brasilianischen Stürmerkollege Ewerthon, für den man umgerechnet 7,1 Mio.
Euro an die Corinthians Sao Paulo (so steht es jedenfalls im Korinther-Brief…) überwies,
tatsächlich starteten.
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Amoroso traf gegen den 1. FC Nürnberg bei seiner Bundesliga-Premiere gleich
zwei Mal und wurde mit 18 Treffern gemeinsam mit Martin Max von 1860 München
Torschützenkönig der Saison 2001/2002. -
Allein in den letzten drei Spielen, als die Borussia den designierten Meister
Bayer Leverkusen noch mit drei Siegen von der Spitze kippen und Deutscher
Meister 2002 werden konnte, traf Amoroso drei Mal. -
Unter anderem vollstreckte er den Last-Minute-Elfmeter zum 2:1 gegen den
1. FC Köln am 32. Spieltag, der Dortmund wieder ins Titelrennen holte – und weinte.
Die Nach-Meister-Saison geriet für den BVB und Amoroso zum Fiasko: Am 34.
Spieltag verspielte man gegen Absteiger Energie Cottbus (1:1) die sicher
geglaubte, direkte Champions-League-Teilnahme.
Amoroso, nach der Melodie von Michael Holms „Mendocino“ sogar schon von
den Fans besungen, leistete sich in dieser Spielzeit Undiszipliniertheiten und Extravaganzen.
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2002/2003 erzielte er nur noch sechs Bundesliga-Tore, 2003/2004 waren es
lediglich vier Treffer.
Dortmund gab den 19-fachen Nationalspieler Brasiliens am 1. Juli 2004
ablösefrei an den FC Malaga ab.
„Zwischen Himmel und Hölle“, so bilanzierte das Kicker-Sportmagazin
zum 25-jährigen Jubiläum von Amorosos Bundesliga-Debüt (Ausgabe vom 27. Juli
2026), „lagen 33 Monate.“
Mitarbeit: Marc Huber