Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Medwedew: „Das ist eine Lüge des Feindes“

Von T. Schibilla, J. Seiferth, F. Michalski, M. Lattemann, M. Küper, C. Siemer, C. Cöln, A. Janzen, T. Wanhoff, S. Cleven, J. Hartung, J. Fischer

Aktualisiert am 29.07.2026 – 02:37 UhrLesedauer: 11 Min.

Scharfmacher im Kreml: Der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew (Archivbild).Vergrößern des Bildes

Scharfmacher im Kreml: Der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew (Archivbild). (Quelle: Ekaterina Shtukina/AP/dpa)

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Medwedew: „Das ist eine Lüge des Feindes“

In Russland sollen sich nach offiziellen Angaben im ersten Halbjahr erneut rund 200.000 Freiwillige für den Angriffskrieg gegen die Ukraine gemeldet haben. Diese nicht überprüfbare Zahl nannte der Vizechef des nationalen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, bei einer Sitzung. In einem bei Telegram veröffentlichten Video wies er zugleich Behauptungen der ukrainischen Führung zurück, wonach Moskau wie nach Kriegsbeginn 2022 eine Mobilmachung plane, um massive Verluste bei den Streitkräften auszugleichen.

Es handele sich um Lügen, Provokationen und Gerüchte, die der Feind gezielt verbreite, um die Lage in Russland vor der Parlamentswahl im September zu destabilisieren, sagte Ex-Kremlchef Medwedew. Die Angst vor einer neuen Mobilmachung ist in Russland tatsächlich mit den Händen greifbar, viele Menschen glauben den offiziellen Beteuerungen nicht. Auch 2022 hatte der Kreml behauptet, es sei keine Zwangsrekrutierung geplant. Als sie doch kam, ergriffen Hunderttausende die Flucht.

„Ich möchte noch einmal ausdrücklich betonen: Es besteht keinerlei Notwendigkeit für eine Mobilmachung. Das ist eine Lüge des Feindes, der selbst unter einem Mangel an Personal leidet“, sagte Medwedew. Die personellen Erfordernisse der russischen Streitkräfte seien im ersten Halbjahr „vollkommen“ erfüllt worden, sagte er. Russland lockt die Freiwilligen mit hohen Prämien und Einkommen. Viele Männer, die ihren Wehrdienst abgeleistet haben, berichten aber auch von Druck, sich für den Kriegsdienst zu verpflichten.

Begrenzungen beim Kraftstoffverkauf in Russland gelockert

Knapp zwei Monate nach dem Beginn von Begrenzungen beim Kraftstoffverkauf in Russland infolge ukrainischer Angriffe sind in mehreren Regionen die Beschränkungen wieder aufgehoben oder gelockert worden. Am Montag und Dienstag wurden die Maßnahmen in mindestens sieben Regionen aufgehoben oder gelockert, wie aus Angaben der Behörden und Medienberichten hervorging. Darunter waren die Hauptstadt Moskau, die zweitgrößte Metropole St. Petersburg sowie stark betroffene Regionen im Süden.

In Moskau und St. Petersburg hoben die Mineralölkonzerne Lukoil, Teboil und Gazprom Neft die Abgabebeschränkungen an ihren Tankstellen vollständig oder teilweise auf, wie das Fachmedium Infotek berichtete. Laut örtlichen Medienberichten wurden die Einschränkungen auch in den Regionen Rostow, Wolgograd, Stawropol und Krasnodar im Südwesten sowie in der Region Omsk in Sibirien gelockert oder aufgehoben.

Der für Energie zuständige russische Vizeregierungschef Alexander Nowak hatte bereits am Samstag angegeben, dass sich die Lage „schrittweise“ stabilisiere. Mehrere Raffinerien hätten nach ukrainischen Angriffen ihre „Tätigkeit wieder aufgenommen“. Die Lage bei der Kraftstoffversorgung habe sich auch für Landwirte „deutlich verbessert“.