(tino) Mit seinem zweiten Schuss auf die Königsplatte hat Markus Stephan die letzten Fitzelchen der hölzernen Tafel vom Hochstand auf der Rheinkirmes heruntergeholt. Insgesamt war es der 45. Schuss, der entschied, wer neuer Stadtkönig wird. Am Tag der Interessengemeinschaft Düsseldorfer Schützenvereine (IGDS) erfüllte sich der amtierende Schützenkönig des St. Rochus-St. Sebastianus Schützenvereins einen Traum. „Ich war dreimal König in Stockum und habe da bereits versucht, Stadtkönig zu werden“, sagte Stephan. „Man muss einfach das Glück haben, zum richtigen Zeitpunkt dran zu sein.“ Sein Glück ist das Glück seines Vereins. „Zum ersten Mal in der Geschichte stellt unser Regiment den Stadtkönig der IGDS. Wir sind unglaublich stolz auf diesen Erfolg und freuen uns darauf, unser Königspaar durch dieses Jahr zu begleiten“, verkündeten seine Kameraden.
Markus Stephan ist Schütze durch und durch. So ist er nicht nur dreimaliger König in Stockum, amtierender Stadtkönig und Regimentskönig in Flingern, sondern seit neun Jahren der erste Chef des St. Sebastianus Schützenvereins Stockum. Bei der Erfahrung und Schützenexpertise können ihn die anstehenden repräsentativen Aufgaben und die vielen Termine nicht schocken. „Ich bin sowieso fast jedes Wochenende für das Brauchtum unterwegs.“ Als Alternative zur Regimentsuniform könne der Stadtkönig auch einen schwarzen Anzug tragen. „Er wird auf jeden Fall von ganz vielen Schützenvereinen zu deren Festen eingeladen“, sagt IGDS-Vorsitzender Ulrich Müller. Auch seine Königin Tina Plähn dürfte keine großartigen Bekleidungsprobleme haben, war sie doch bereits bei Stephans letztem Königsjahr in Stockum und bei seinem aktuellen Königsamt in Flingern an seiner Seite. Sie hat also einen Fundus an repräsentativen Roben im Kleiderschrank.
Wo Stephan vergleichsweise cool auf den Königsschuss reagierte, zeigte der Stadtjungschützenkönig jede Menge Reaktionen. Im Wettbewerb um den Düsseldorfer Jungschützenkönig setzte sich Jason Scharein (St. Sebastianus Schützenverein 1316) durch. Scharein wusste nicht, ob er lachen oder weinen sollte, alles wurde noch stärker, als er seine Schwester Lena in den Arm nahm. Scharein hatte seine Schwester als seine Königin ausgewählt. „Es ist schon lange her, dass die 1316er einen Stadtjungschützenkönig gestellt haben. Dass mir das glückt, bedeutet mir enorm viel“, sagte Scharein. Und die sind eng an der Seite des 20-Jährigen und seiner Königin. „Wir haben dank Jason endlich eine lange Durststrecke beenden können“, sagt der Vorsitzende der 1316-Jugendkommission Fabian Becker.