(naf) Auf dem Basketballplatz im Freizeitzentrum in Willich krabbeln Kinder im Bären- und Krebsgang über Sportmatten in leuchtenden Farben, ein paar Meter neben ihnen werden Körbe geworfen: Es ist der letzte Tag des Sommercamps, zu dem der Willicher Turnverein (WTV) auf die Anlage eingeladen hat. 15 Jungen und Mädchen im Alter von neun bis 13 Jahren sind dabei, sieben von ihnen sind Mitglied im WTV. Im Sommercamp konnten sie gemeinsam und ganz ungezwungen an vier Tagen verschiedene Sportarten ausprobieren – und eine davon kommt bei gleich mehreren von ihnen besonders gut an.

Das Projekt ist Teil des Aktionsjahres gegen Einsamkeit mit dem Titel „Willich gemeinsam“ und wird von der Stadt mit 500 Euro gefördert. Das Ziel des Sommercamps sei nicht nur, bei den Kindern das Interesse für Sport zu wecken, „Zielstellung ist auch, die Kinder miteinander zu vernetzen“, erläutert Vereinsmanagerin Melanie Maicher. Es gehe darum, Gemeinschaft zu schaffen, fügt Gaby Heinemeyer, Projektmanagerin beim WTV, an. „Die Förderung haben wir genutzt, um Material anzuschaffen“, sagt Maicher. Eine Slackline, Hula-Hoop-Reifen und Hürden zählt sie unter anderem auf, sollte der WTV beschließen, im kommenden Jahr wieder ein Sommercamp anzubieten, könnte die Ausrüstung wieder verwendet werden.

Bevor das Sommercamp endet, schauen Besucher auf dem Basketballplatz vorbei: Eva Dregger und Jeannette Gniot, die das Aktionsjahr „Willich gemeinsam“ mitkoordinieren, und Bürgermeister Christian Pakusch (CDU). „Ich finde es gut, dass man mal sieht, dass es auch Projektangebote für Kinder und Jugendliche gibt“, sagt Pakusch. Denn Einsamkeit betreffe Menschen verschiedener Altersgruppen, nicht nur Senioren. Auf der Internetseite www.stadt-willich.de/aktionsjahr-gegen-einsamkeit sind Angebote und Projekte unter anderem von Vereinen und Einrichtungen aus der Stadt aufgeführt, „wir arbeiten alle zusammen und verfolgen dasselbe Ziel“, sagt Dregger. Der WTV beteiligt sich übrigens noch mit einem zweiten Projekt: Ab dem 22. August möchte er vier 40 bis 60 Kilometer lange Radwanderungen für Interessierte im Alter ab 55 Jahren anbieten.

Zum Abschluss der vier Sommercamp-Tage spielen die Kinder unter anderem Basketball und lernen funktionelles Training kennen. Letzteres bietet Vereinsmanagerin Melanie Maicher an. Trainiert werde mit dem eigenen Körpergewicht, es gehe um Kraft, Stabilität und Koordination, erläutert die Übungsleiterin.

Sieben Kinder krabbeln nacheinander im Vierfüßlerstand in Bären- und Krebsgang über die Sportmatten, danach machen sie eine kurze Pause.

„Wir haben im Camp viel Yoga gemacht, Taekwondo und Aikido ausprobiert und Hip Hop getanzt“, erzählt die elf Jahre alte Stella, die im WTV Basketball spielt. „Und wir haben viele neue Übungsleiter kennengelernt“, ergänzt ihre zehn Jahre alte Teamkollegin Margarete. Auch die zehnjährige Greta und die neunjährige Alina spielen im Verein Basketball, Alina hat die zehnjährige Ella mit ins Camp gebracht, die bisher im WTV keinen Sport ausübt.

Doch das könnte sich jedoch in naher Zukunft ändern: Ella und die anderen vier Mädchen schwärmen sehr von der japanischen Kampfkunst Aikido und überlegen ernsthaft, damit anzufangen.