Der Neubau des Spickelbads, der bislang auf etwa 41 Millionen Euro geschätzt wurde, wird für die Stadt absehbar teurer als zunächst geplant: Zu den fünf Millionen Euro, die wohl für Umplanung und Bau für einen Sprungturm fällig werden (wir berichteten), kommen weitere zwei Millionen Euro dazu, um das Fribbe-Freibad während der dreijährigen Bauzeit in Betrieb halten zu können. Hintergrund ist vor allem, dass das beheizte Nichtschwimmer-Becken im Fribbe über das Hallenbad mitversorgt wird.
Auch in punkto Trink-, Abwasser- und Stromversorgung ist das Fribbe aufs Spickelbad angewiesen. Gleiches gilt für die Zentrale der DLRG an der Friedberger Straße, die versorgungstechnisch ans Spickelbad angebunden ist. Ohne die Investition von zwei Millionen Euro könne der Betrieb des Fribbe in den Jahren 2028 bis 2030 nicht sichergestellt werden, so Sportbürgermeister Dirk Wurm (SPD). „Wir sind mit Wasserflächen nicht so reich gesegnet, dass wir es uns leisten könnten, das Fribbe für mehrere Jahre zu schließen.“
Stadt Augsburg hält die mehrjährige Stilllegung des Fribbe-Beckens für riskant
Hinzu komme, so Wurm, dass es ein Risiko darstelle, das Freibecken für mehrere Jahre stillzulegen. Womöglich entstünden dadurch technische Schwierigkeiten, die kostspielig behoben werden müssen, wenn man das Becken für mehrere Jahre nicht nutze. Im Bauausschuss des Stadtrats, der das Thema vorberiet, gab es durchaus kritische Fragen. Thorsten Frank (Fraktionsgemeinschaft SPD, Volt, ödp) wollte wissen, ob die Interimskosten nicht vorher klar gewesen seien. Wurm hielt ihm entgegen, dass jeder gewusst habe, dass solche Kosten kämen. „Ob man den Beschluss noch im April fasst oder jetzt, ist eine Geschmacksfrage, aber dass es so kommt, war immer klar“, so Wurm.
Grüne: Stadt hat wichtigere Aufgaben
Von den Grünen kam Widerspruch. Man sei dafür, Wasserflächen zu erhalten, so Martina Wild (Grüne), die für drei Jahre nötige Investition mache aber andere Dinge unmöglich, etwa im Schulbereich. Letztlich stimmten die Stadträte gegen Stimmen von Grünen und Linken dem Vorhaben zu.