„Es ist sehr ärgerlich“, sagt Heinz Scherkenbach aus Oberbarmen. Seit vier Wochen habe er schon keine Post mehr erhalten. Dabei erwarte er neben einem Schreiben seiner Bank auch mehrere Schreiben von Behörden. „Nach telefonischer Rücksprache mit den Absendern wurde mir bestätigt, dass die Schreiben bereits lange verschickt wurden“, teilte er der WZ kürzlich mit. „Mir wurde außerdem mitgeteilt, dass identische Schreiben ein zweites beziehungsweise dreifaches Mal verschickt wurden, jedoch ohne Erfolg.“ Wie kann das sein?

„Grundsätzlich wird der betreffende Bezirk von einem Stammzusteller bedient, der sowohl Briefe als auch Pakete zustellt“, teilt Britta Töllner mit. Sie ist Sprecherin der Regionalstelle Düsseldorf der Deutschen Post. „Nach seiner Erinnerung hat er zuletzt am 21. Juli Sendungen an den Kunden zugestellt. In der vorletzten Woche – Kalenderwoche 29 – wurde der Bezirk urlaubsbedingt von verschiedenen Vertretungskräften übernommen. Hierbei kann nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass es vereinzelt zu geringfügigen Verzögerungen von eins bis zwei Tagen gekommen sein könnte“, so Töllner.

Dennoch war der Zustellbezirk täglich besetzt. Rückstände würden keine vorliegen, auch keine auffälligen oder erhöhten Kundenmeldungen. „Die Zustellung in diesem Bezirk als auch in Wuppertal erfolgt grundsätzlich stabil und regelgerecht, dies belegen auch unsere internen Messsysteme. Dennoch haben wir unsere Kräfte vor Ort zu dieser Anschrift sensibilisiert, unsere Qualitätsbeauftragte wird in den nächsten Tagen Kontakt zum Kunden herstellen.“

Warum es immer mal wieder zu Verzögerungen, Missverständnissen oder Ähnlichem kommen kann, erklärt Britta Töllner wie folgt: „Wir erleben durchaus in der Praxis, dass Geschäftspost bei Wettbewerbern eingeliefert wird und erst die Mahnungen, Postzustellurkunden et cetera direkt bei uns. Kunden kontaktieren uns, wenn sie den Eindruck haben, dass es bei einer Briefsendung zu Unregelmäßigkeiten gekommen ist.“ Auswertungen der Post würden jedoch zeigen, dass sich dieser Eindruck nicht in allen Fällen bestätigt: „Rund die Hälfte dieser Kontakte zur Tagespost lassen sich nicht auf ein Fehlverhalten der Deutschen Post zurückführen“, sagt Töllner.

„Grundsätzlich ist zu berücksichtigen, dass viele Verbraucher nicht immer erkennen können, welcher Anbieter eine konkrete Sendung befördert. Wir als Universaldienstleister sind verpflichtet, Briefe von Konsolidierern, Dienstleistern und Druckereien zuzustellen, die teils verspätet bei uns eingeliefert werden. Insbesondere Behörden, Unternehmen oder Versender nutzen teilweise alternative Briefdienstleister oder sogenannte Konsolidierungsmodelle, bei denen mehrere Unternehmen am Beförderungsprozess beteiligt sein können. Diese Verspätung wird meist uns zugerechnet, da der Konsument die Verzögerung der Einlieferung nicht erkennen kann.“

„Die Regelungen des seit 2025 geltenden Postgesetzes geben vor, dass 95 Prozent der eingelieferten Briefsendungen am dritten Werktag nach der Einlieferung zuzustellen sind und 99 Prozent spätestens am vierten.“ Dies seien Mindestanforderungen für die Post.