Im asiatischen Handel und im frühen europäischen Handel stieg der September-Preis für Brent-Rohöl kurzzeitig um 3,7 % und überschritt die Marke von 87 US-Dollar pro Barrel, während der US-Preis für WTI-Rohöl um fast 4 % zulegte und die Marke von 82 US-Dollar pro Barrel überschritt.
Die weltweiten Ölpreise stiegen angesichts der Spannungen im Nahen Osten und Anzeichen für ein verknapptes Angebot in den USA deutlich an. Foto: Reuters
Der Anstieg der Ölpreise folgte auf Irans Abschuss mehrerer ballistischer Raketen auf US-Militärstellungen in Jordanien, wobei die meisten abgefangen wurden. Anschließend führten die USA und Saudi-Arabien Luftangriffe auf mehrere Logistikeinrichtungen und Waffendepots pro-iranischer bewaffneter Gruppen im Osten des Irak durch.
Das US-Zentralkommando (CENTCOM) erklärte, die Operation sei eine Reaktion auf eine Reihe von Drohnenangriffen in den letzten Tagen, darunter auch Angriffe auf saudi-arabische Ölanlagen.
Der Iran bestreitet jegliche Beteiligung an den Angriffen, während mehrere bewaffnete Gruppen im Irak ähnliche Erklärungen abgegeben haben.
Neben den militärischen Spannungen an Land wächst auch die Sorge um mögliche Störungen des Schiffsverkehrs im Roten Meer. Die britische Seeschifffahrtsbehörde (UKMTO) berichtete, dass der Kapitän eines Öltankers während der Fahrt im südlichen Roten Meer eine Explosion hörte, das Schiff und die gesamte Besatzung jedoch unverletzt blieben.
Zuvor hatten die Huthi-Rebellen im Jemen die Verantwortung für Angriffe auf saudische Öltanker und Energieanlagen übernommen. Experten warnen, dass Angriffe auf Ölförderanlagen, Lager und Häfen die Versorgung unterbrechen und den Schiffsverkehr durch die Meerenge von Bab al-Mandab – eine der wichtigsten Öltransportrouten der Welt – gefährden könnten.
Neben geopolitischen Faktoren werden die Ölpreise auch durch Signale einer Angebotsverknappung in den USA gestützt. Vorläufige Daten des American Petroleum Institute (API) zeigen, dass die Rohölbestände in der Woche bis zum 24. Juli um etwa 3,3 Millionen Barrel gesunken sind.
Der Markt wartet derzeit auf den offiziellen Bericht der US-Energieinformationsbehörde (EIA), um das Verhältnis von Angebot und Nachfrage besser einschätzen zu können. Analysten gehen davon aus, dass der andauernde Konflikt im Nahen Osten sowie das Risiko von Unterbrechungen der Energieversorgung und des Transports kurzfristig weiterhin die bestimmenden Faktoren für die Ölpreisschwankungen sein werden.