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Seite an Seite stiegen sie in der Vor-Saison aus der 2. Liga ab. Doch für die erhoffte Rückkehr ins Fußball-Unterhaus werden nun zwei völlig unterschiedliche Kurse eingeschlagen…

Preußen und Fortuna – zwei Wege für ein gemeinsames Ziel!

Fakt ist: Der Düsseldorfer Absturz in die 3. Liga war definitiv das größere Debakel. Angetreten, um endlich wieder den Sprung in die Bundesliga schaffen, versagten die Rheinländer auf ganzer Linie. Weil sie den Kampf um den Klassenerhalt nie richtig angenommen haben, mit Daniel Thioune (52), Markus Anfang (52) und schließlich Alexander Ende (46) gleich drei Trainer verschlissen und dennoch bis zuletzt der festen Überzeugung waren, sich noch locker retten zu können. Denkste!

Münster dagegen gehörte im zweiten Jahr der Zweitklassigkeit von Beginn an zu den Abstiegs-Kandidaten. Spielte trotzdem eine brauchbar gute Hinrunde (20 Punkte), brach aber nach der Winterpause brutal ein. Gründe dafür: Die Gegner hatten sich auf das laufintensive Rautensystem eingestellt und es lückenlos entschlüsselt. Zudem wurde zu spät mit der Ende-Entlassung (inzwischen Fortuna!) die Reißleine gezogen und dazu fehlte unter dem Strich die nötige Qualität.

Plant mit Düsseldorf den sofortigen Wiederaufstieg: Fortunas Neu-Manager Samir Arabi

Plant mit Düsseldorf den sofortigen Wiederaufstieg: Fortunas Neu-Manager Samir Arabi

Foto: Getty Images

Jetzt also der doppelte Neustart. Bei dem die Fortuna voll auf den Aufstieg zockt. Gleich 15 Neuzugänge hat Manager Samir Arabi (47) geholt. Überwiegend Spieler mit Erfahrung, die schon höherklassig unterwegs waren. Allen voran Philipp Förster (31/u.a. 83 Bundesliga-Einsätze für Stuttgart und Bochum), den der Fortuna-Boss als „Unterschiedsspieler“ bezeichnet. Dazu Dominique Heintz (31/ablösefrei aus Köln), Fabian Schleusener (34/ablösefrei vom KSC), Jorrit Hendrix (ablösefrei aus Münster) oder auch Leih-Keeper Lasse Rieß (25) von Mainz 05.

Ein Kader, der Erwartungen weckt. Zugleich aber auch massiv den Druck erhöht. Und Düsseldorf automatisch zum Topfavoriten der Liga macht. Dass Trainer Ende mit Hendrix, Yassine Bouchama (29) und Marcel Benger (28) zudem noch drei Jungs von seinem Ex-Klub Preußen (nach 259 Arbeitstagen entlassen) mitgezogen hat, ist auch ein gefährliches Spiel. Wenn die Rechnung aufgeht – perfekt. Wenn nicht, dürfte es für Ende schnell wieder eng und ungemütlich werden.

In der vergangenen Zweitliga-Saison trennten sich die Preußen und Fortuna in Düsseldorf torlos. In dieser Szene wird Cedric Itten (M.) von den Münsteranern Mikkel Kirkeskov (l.) und Paul Jaeckel (r.) gestellt. Alle drei Spieler haben inzwischen ihre Clubs gewechselt

In der vergangenen Zweitliga-Saison trennten sich die Preußen und Fortuna in Düsseldorf torlos. In dieser Szene wird Cedric Itten (M.) von den Münsteranern Mikkel Kirkeskov (l.) und Paul Jaeckel (r.) gestellt. Alle drei Spieler haben inzwischen ihre Clubs gewechselt

Foto: Eibner-Pressefoto

Und die „Schwarz-Weiß-Grünen“? Haben ebenfalls einen Kader-Umbruch eingeleitet und bislang neun Verpflichtungen getätigt. Von denen mit Ryan Johansson (25/Wehen Wiesbaden), Lucas Zeller (26/Schweinfurt 05) und Felix Higl (29/Fürth) lediglich drei schon mal 3. Liga oder höher gekickt haben. Der Rest – vielversprechende Talente. Ob das allerdings reicht, um ganz oben anzugreifen, mag zumindest bezweifelt werden. Wobei allerdings festzuhalten ist, dass die „Adlerträger“ auch nicht über die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Fortuna verfügt.

Trotzdem gibt’s nicht wenige Kritiker, die sich durchaus etwas mehr Erfahrung im Kader wünschen würden. Zumal die aktuellen „Leitwölfe“, wie Niko Koulis (27), Rico Preißinger (30), Marvin Schulz senior (31) oder Joshua Mees (30), im vergangenen Jahr entweder lange Zeit nur zweite Wahl oder überwiegend verletzt waren.

Aber die Ausrichtung der Preußen ist auch eine andere. Für Sport-Geschäftsführer Ole Kitttner (38) geht es in erster Linie darum, eine wettbewerbsfähige Mannschaft aufzubauen, sich in der 3. Liga zu stabilisieren und nachhaltig zu entwickeln. Um mittelfristig, mit Fertigstellung des Stadionumbaus an der Hammer Straße, wieder dauerhaft in der 2. Liga um Punkte, Tore und Meisterschaft mitzumischen. Schritt für Schritt also – kein Hauruck wie bei der Fortuna.

Zwei Wege – ein Ziel. Aufstiegsdruck gegen nachhaltigen Aufbau. Spannend zu verfolgen, welche Marschroute letztlich die Richtige ist und schneller zum Erfolg führt…