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Von CNA Deutsch Nachrichtenredaktion
Redaktion –
Mittwoch, 29. Juli 2026, 14:15 Uhr.
Das kirchliche Hilfswerk Missio Aachen hat „klare kirchenrechtliche Vorgaben und Richtlinien“ gefordert, um Ordensfrauen vor Missbrauch zu schützen. Man unterstütze entsprechende Initiativen, hieß es am Dienstag.
Pfarrer Dirk Bingener, der Präsident von Missio Aachen, sagte: „Kirchliche Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse gefährden in vielen Teilen der Weltkirche in besonderer Weise Ordensfrauen. Das wird durch den Begriff schutzbedürftige Erwachsene nur unzureichend erfasst. Dem müssen die kirchlichen Regelungen Rechnung tragen.“
Johanna Streit, die bei Missio Aachen für den Bereich „Safeguarding“ zuständig ist, erklärte ihrerseits: „Unsere Erfahrungen zeigen, dass Ordensfrauen eben nicht aufgrund individueller Eigenschaften, wie es der Begriff schutzbedürftige Erwachsene nahelegt, sondern aufgrund bestehender Strukturen in vulnerablen Situationen leben und arbeiten. Dafür besteht noch zu wenig Problembewusstsein.“
Vor diesem Hintergrund forderte Missio Aachen: „Gesonderte Melde- und Verfahrenspflichten bei Missbrauch dürften sich nicht allein auf Minderjährige und schutzbedürftige Erwachsene fokussieren, wie es im Motu proprio Vos estis lux mundi bislang der Fall ist.“
Bingener sagte ausdrücklich, es gelte, diese „rechtliche Lücke“ zu schließen, „damit diese Form des Missbrauchs verhindert und nicht weiter tabuisiert wird“.
In Deutschland haben die Päpstlichen Missionswerke, die direkt dem Vatikan unterstehen, aus historischen Gründen zwei Rechtsträger, die beide unter dem Namen Missio agieren, nämlich Missio Aachen und Missio München.
Missio München geht zurück auf die Mitte des 19. Jahrhunderts, wobei damals vom Ludwig-Missionsverein die Rede war. Die in Aachen gegründete Franziskus-Xaverius-Bruderschaft war das Pendant zum Ludwig-Missionsverein außerhalb von Bayern. Im ersten Teils des 20. Jahrhunderts wurden beide Institutionen Teil der Päpstlichen Missionswerke. Heute treten beide unter dem Namen Missio auf, sind aber rechtlich unterschieden.
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