Knapp 60 Besucher zählte Rettungsschwimmer und Aufseher Otto Osteresch, als er und seine beiden Kollegen vom Dienstleister Plan P um 13 Uhr das rund 2400 Quadratmeter große Wasserareal eröffneten. Eine Stunde später sind schon fast 90 Menschen da. Einige sonnen sich auf Liegen und Bankreihen, Jugendliche springen vergnügt von der hölzernen Plattform am Beckenrand ins Wasser, planschen und lärmen. Andere Gäste schwimmen gemütlich ihre Runden oder steuern die drei schwimmenden Holzinseln im Becken an. Ein ambitionierter Schwimmer krault gar imaginäre Bahnen.
Viele sind an diesem Mittwoch zum ersten Mal im Duispool. Zum Beispiel Jenna Fuiten, ihr Sohn Paul und dessen bester Freund Pharrel. „Es macht Duisburg schöner, attraktiver“, sagt die Mutter aus Rheinhausen zum Angebot. „Es ist stadtnah und kostenlos, also auch etwas für Familien mit wenig Geld“, lobt sie. Und sie fühle sich wohl, könne die Jungs auch dank der Aufsicht sicher schwimmen lassen. Auch den beiden Jungs gefällt es. „Das Wasser ist kalt, aber erfrischend“, sagt Paul. Kurz darauf springt er gemeinsam mit Pharrel dann auch wieder ins kühle Nass.
Auch die anderen Gäste finden es „sehr cool“ hier. Julia Kohlmann und Colin Curbach aus Neudorf zum Beispiel wollten schon im vergangenen Jahr das Angebot nutzen, doch das junge Paar war zu der Zeit im Urlaub in Kopenhagen, berichtet Kohlmann. „Es ist hier im Duispool aber ein bisschen wie dort, weil man in der Stadt schwimmen kann“, sagt Curbach. In Dänemark sei das Ganze allerdings wesentlich offener, es gebe etwa auch keine Aufsicht, schränkt er ein. „Trotzdem ist das ein schöner Treffpunkt in der Stadt.“ Jessica Krstic stimmt da zu: „Es ist zentral gelegen, die Atmosphäre im Innenhafen schön und alles toll beaufsichtigt.“ Ein perfekter Ort zum Entspannen und Abkühlen also.
Für manche ist der Duispool aber auch ein Abenteuer. Etwa für Benjamin, der erst einmal bis zum Boden des rund 3,5 Meter tiefen Hafenbeckens getaucht ist. „Es hat kurz in den Ohren gerauscht“, berichtet der Junge von seinem Abenteuer. „Und da unten waren Sand und Algen.“ Einige davon hat er als Erinnerungsstück mit an die Oberfläche gebracht und präsentiert sie stolz.
„Wir gehen das hier ganz locker an“, sagt Rettungsschwimmer Osteresch. Er lobt, wie entspannt, freundlich und dankbar die Besucher sind. Kaum jemand lasse viel Müll liegen oder mache Probleme, berichtet er. An anderen Badestränden, die sein Team betreut, sei das durchaus anders. Dass der Rettungsschwimmer alles im Blick hat, zeigt sich auch, als er parallel zum Interview sieht, dass ein Jugendlicher sich am Fuß geschnitten hat und dort etwas blutet. „Brauchst Du ein Tempo?“, fragt Osteresch sofort, doch die Mutter kümmert sich.
Dass das Freibadangebot an diesem Mittwoch überhaupt öffnet, sei spontan beschlossen worden, erklärt Kevin Paterka vom Mitorganisator Transurban. Denn die Wettervorhersage hatte für den Mittwoch Sonne und Temperaturen über 30 Grad angekündigt.
Viele Besucher wünschen sich zwar, dass der Duispool jeden Tag öffnet, aber alleine wegen des Personals sei das gar nicht zu schaffen, sagt Paterka. Trotzdem freuen sich alle über das besondere Freibaderlebnis, die Atmosphäre und die Abkühlung im Innenhafen. Auch die umliegenden Gastronomen, die unter anderem Toiletten für die Badegäste zur Verfügung stellen, erfreuen sich am Besucherandrang. „Es bringt mehr Menschen zu uns“, sagt Christian Krüger, Inhaber der faktorei21.
„Ich komme wieder“, sagt an diesem Mittwoch nicht nur Susanne S. Aber die Duisburgerin ergänzt: „Es muss schon so heiß sein wie heute.“ Die nächste Abkühlungschance im Innenhafen gibt es am Freitag, wenn der Duispool wieder wie üblich ab 13 Uhr öffnet.