Eine umfangreiche Tagesordnung mit möglichen Bäder-Investitionen im Millionenbereich hat Augsburgs Sportreferent Dirk Wurm dem Gremium in seiner ersten Sportausschusssitzung vorgelegt. Nicht alle Mitglieder waren angetan von seinem Arbeitseifer. Schließlich sollten sie nicht nur erneut den Ersatz-Neubau des Spickelbades genehmigen, der nun um eine Sprunganlage erweitert wird (wir berichteten), sondern auch über drei zusätzliche Machbarkeitsstudien: Eine zu einer möglichen Parkgarage am Spickelbad, eine zur Reaktivierung des alten Sportbads und eine zur Modernisierung des Familienbads. Jede Studie mit einem Kostenpunkt von 30.000 Euro.
Während Sportreferent Dirk Wurm (SPD) sein Vorgehen damit rechtfertigte, dass man nicht wisse, was eine Baumaßnahme kostet, wenn man die Machbarkeit nicht ermittle, zweifelte Johannes Rauscher (Bündnis 90/Die Grünen) die Sinnhaftigkeit einiger Studien an und sprach von „Nebelkerzen“. Hier insbesondere das alte Sportbad, das seit fast 20 Jahren brach liegt, und das Familienbad. „Ich weiß nicht, inwieweit wir die Bevölkerung verschaukeln wollen. Das hat etwas mit Glaubwürdigkeit zu tun. Das sind Projekte, die in absehbarer Zeit nicht kommen können. Ich verstehe den Sinn dahinter absolut nicht“, sagte Rauscher mit Blick auf den finanziellen Aufwand, der hinter der Realisierung solcher Pläne stecken würde. Die Unfinanzierbarkeit sei seiner Ansicht und der seiner Fraktion nach auch ohne Machbarkeitsstudien erkennbar. „Vielleicht wäre es sinnvoll, das Geld in den Bauunterhalt zu stecken, als eine Machbarkeitsstudie nach der anderen zu machen. Ich würde eine andere Politik bevorzugen, sonst bauen wir Luftschlösser und senden falsche Signale an die Bürgerinnen und Bürger.“
Kosten im Spickelbad belaufen sich mit Sprunganlage auf rund 46 Millionen Euro
Ganz anders sah das Dirk Wurm, und ihm folgte die Mehrheit im Sportausschuss, da letztendlich alle drei Machbarkeitsstudien genehmigt wurden. Nur durch die konkreten Informationen einer Machbarkeitsstudie sehe er die Möglichkeit, die Projekte zu priorisieren, betonte Wurm. „Dann können wir entscheiden, gehen wir den einen Weg oder den anderen.“ Fragen nach den Kosten oder der Realisierbarkeit könnten nur so verlässlich beantwortet werden. Er warb damit, dass ein weiterführender Projektbeschluss ja immer noch abgelehnt werden könne. „Wenn man grundlegend nein sagt, kann man keine Fragen beantworten“, so Wurm.
Gemäß der mehrheitlich getroffenen Beschlüsse wird die Verwaltung nun beauftragt, die Machbarkeitsstudien zu veranlassen. Am dringlichsten ist dabei die Überprüfung einer Parkgarage am Spickelbad, da der Abriss und Ersatzneubau bereits beschlossen sind. Formell wurde der Beschluss dazu noch einmal gefasst – nun aber inklusive einer Sprunganlage, da im Haunstetter Bad ein Wiederaufbau aufgrund der Bausubstanz nicht mehr wirtschaftlich ist. Die Zusatzkosten für eine Sprunganlage im Spickelbad mit variablen 1-Meter, 3-Meter und 5-Meter-Sprungmöglichkeiten belaufen sich auf rund fünf Millionen Euro. Das Bad musste in der Planung der asp Architekten GmbH deshalb an bestimmten Stellen tiefer, breiter und höher gemacht werden. So kommt das komplette Bauprojekt nun auf ein veranschlagtes Kostenvolumen von rund 46 Millionen Euro.
Fribbebecken benötigt nach Abriss des Spickelbads eigene Versorgungstechnik
Sollte während der geplanten dreijährigen Bauzeit des Spickelbads auch das Fribbe-Schwimmbecken weiterbetrieben werden, kämen voraussichtlich noch einmal knapp zwei Millionen Euro on top. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme des neuen Spickelbades ist für den Herbst 2030 vorgesehen. Der Stadt liegt daran, das Fribbe-Schwimmbecken während dieser Zeit weiterzunutzen. Allerdings benötigt es dann eine eigene Versorgungstechnik. Bisher ist das Becken technisch an das Spickelbad angeschlossen, nach einem Abriss müsste das Fribbebecken ohne eigene Versorgung geschlossen werden. Neben einer Technik werden außerdem Interimsräume für Verwaltung, Personal und Sanitär benötigt. Mit drei Gegenstimmen von Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke wurde der Grundsatzbeschluss aber dennoch mehrheitlich gefasst – auch wenn so manches Ausschussmitglied anzweifelte, ob das Becken samt Rutsche neben einer mehrjährigen Großbaustelle noch attraktiv genug für die Bevölkerung ist.
Knapp zwei Millionen Euro würde die neue Technik im Fribbebad kosten
Stadtrat Bernd Zitzelsberger (CSU) hatte da gar keine Zweifel: „Die Wasserrutsche ist ein richtiger Magnet. Wenn es mehr Geld kostet, wird man sich nochmal unterhalten müssen, aber ich halte die zwei Millionen für vertretbar. Wir haben dort mit dem Becken eine ordentliche Wasserfläche geschaffen und die Leute brauchen Abkühlung. Wir müssen ein Mindestmaß an Infrastruktur schaffen“, sieht er die Notwendigkeit, das Fribbebecken weiterzubetreiben.