Vier Jahre nach dem Attentat auf Salman Rushdie hat ein US-Bundesgericht den bereits zu 25 Jahren Haft verurteilten Täter zusätzlich wegen Terrorismus schuldig gesprochen. Hadi Matar sei »den terroristischen Werten der iranischen Führung« gefolgt und habe »einen grenzüberschreitenden Terrorakt« begangen, teilte das US-Justizministerium mit. Ein Geschworenengericht befand Hadi Matar in allen Anklagepunkten für
schuldig, darunter auch wegen der Begehung eines transnationalen
Terrorakts.
Das neue Strafmaß soll am 3. November verkündet werden. Dem Täter droht lebenslange Haft. Der 28-Jährige war zuvor wegen versuchten Mordes schuldig gesprochen worden und sitzt deshalb im Staat
New York in Haft. Er war 2025 erstmals von einem New Yorker Gericht verurteilt worden. Nun geht der Prozess auf US-Bundesebene zu Ende.
»Der Angeklagte plante und bereitete monatelang die Hinrichtung
Salman Rushdies vor, um möglicherweise in die Fußstapfen von Märtyrern
zu treten, die er bewunderte«, wurde US-Staatsanwalt Michael DiGiacomo
in der Mitteilung des Justizministeriums zitiert. Der Angeklagte verweigerte im Terrorprozess die Aussage.
Der Attentäter Hadi Matar hatte den Schriftsteller Rushdie im August
2022 in New York bei einer Lesung mehr als ein Dutzend Mal mit einem Messer auf Rushdie eingestochen. Rushdie wurde bei dem Angriff beinahe getötet und ist seitdem auf einem Auge blind. Der heute 79-Jährige hat sich in einem Buch und in Interviews zu dem Angriff geäußert.
Angriff vor Hunderten Augenzeugen
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft begang Matar die Tat, um eine
jahrzehntealte Fatwa
auszuführen. Die Fatwa, eine religiöse Anordnung, hatte zur Tötung
Rushdies wegen seines Buchs Die satanischen Verseaufgerufen. Matar soll den Angaben nach aus Loyalität gegenüber dem Iran und der im Libanon
ansässigen militanten Hisbollah-Miliz, die vom Iran unterstützt wird,
gehandelt haben.
© Lea Dohle
Newsletter
Was jetzt? – Der tägliche Morgenüberblick
Vielen Dank! Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.
Prüfen Sie Ihr Postfach und bestätigen Sie das Newsletter-Abonnement.
Zwar hatte Matar schon vor
seiner ersten Verurteilung auf nicht schuldig plädiert. Das Attentat
ereignete sich aber vor Hunderten Augenzeugen und vor Videokameras. Es
gab entsprechend keine Zweifel daran, dass Matar die Tat beging.
Der verstorbene iranische Revolutionsführer Ajatollah Ruhollah Chomeini hatte Rushdie 1989 wegen angeblicher Blasphemie in seinem Roman Die satanischen Verse den Tod Rushdies gefordert und die Fatwa verhängt.
Autor Salman Rushdie
Z+ (abopflichtiger Inhalt);
Salman Rushdie:
„Mein hundertster Geburtstag soll eine Tanzparty sein“
„Die satanischen Verse“:
Das verfluchteste Buch
Z+ (abopflichtiger Inhalt);
„Knife“ von Salman Rushdie:
Dieser Moment läuft noch immer wie in Zeitlupe vor mir ab