Eine Hitzewelle und kräftiger Wind haben in
Südeuropa frische Feuer entfacht und machen weitere Evakuierungen nötig. In
Frankreich, Spanien, Griechenland und der Türkei flammten neue Brände
auf.
Spanischer Nationalpark fängt Feuer
Ein besonders schwerer Brand entzündete sich im Nordwesten Spaniens in einem Nationalpark an der Grenze zu Portugal. Rund 950 Menschen wurden in der betroffenen Region laut Medienberichten und Polizeiangaben in Sicherheit gebracht, darunter Bewohnerinnen eines Altenheims. Zwölf Ortschaften rund um die Gemeinde Fermoselle innerhalb des
Parque Natural Arribes del Duero seien evakuiert worden, teilte die
Regionalregierung der Gemeinschaft Kastilien und León mit. Für zwei
weitere Orte gelten Ausgangsbeschränkungen.
Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez sprach nach einem Treffen mit König Felipe VI. in Palma de Mallorca am Mittwoch von einer
äußerst angespannten Waldbrandlage. Derzeit seien in Spanien zehn Feuer
unterschiedlichen Ausmaßes aktiv, sagte Sánchez. Angesichts einer neuen Hitzewelle, die bis Sonntag andauern werde, rief
er die Bevölkerung zu äußerster Vorsicht auf. Sánchez hat die Europäische Kommission nach eigenen Angaben gebeten, auf
Mallorca ein neues europäisches Zentrum für die Brandbekämpfung
einzurichten.
In anderen Gebieten Spaniens hat sich die Lage unterdessen etwas entspannt. Evakuierungen und Ausgangsbeschränkungen werden nach und nach
aufgehoben. Allerdings dürfen noch rund 9.500 Menschen in der
autonomen Gemeinschaft Madrid weiterhin nicht in ihre Häuser
zurückkehren.
Flammen im Südwesten Frankreichs
Auch in mehreren Regionen Frankreichs brachen erneut Waldbrände aus. Betroffen ist im bereits von Bränden betroffenen südfranzösischen
Departement Var die Gegend um die Kleinstadt Brignoles. Dort wurden 600
bis 700 Menschen in Sicherheit gebracht. Zudem entzündete sich im Wald von Fontainebleau südlich von Paris ein neues Feuer sowie im Burgund in Couchey in der Nähe der Großstadt Dijon.
© Lea Dohle
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An der Atlantikküste bei Bordeaux, wo in Frankreich die bislang heftigsten Brände der
Saison auf einer Fläche von 42.000 Hektar gewütet hatten, kämpfte die Feuerwehr bei Temperaturen von bis zu 41 Grad und kräftigem Wind gegen neu aufflammende Brandherde. Ein Großaufgebot von Einsatzkräften konnte das Ausbreiten der Flammen am Mittwoch verhindern. Die Präfektur äußerte die Hoffnung, »eine
Rückkehr zur Normalität für die Einwohner und die Unternehmen, die ihrer
Arbeit nachgehen müssen, ins Auge fassen zu können«.
Für die kommenden Tage seien günstige Wetterbedingungen vorhergesagt worden, was optimistisch stimme, zitierte die Zeitung Ouest-France die örtliche Präfektin, Sophie Brocas. Rund 224.000 Anwohner und Touristen waren aus der Region gebracht worden.
Zwei Feuerwehrleute sterben in Griechenland
Mehrere Waldbrände wüten derzeit auch in Griechenland, der schlimmste davon im Süden der Insel Kreta. Dort kamen zwei Feuerwehrleute bei Löscharbeiten ums Leben, nachdem sie in ihrem Fahrzeug im dichten Rauch die Orientierung verloren hatten.
Starke Winde behinderten die Arbeit von Löschflugzeugen und Hubschraubern. Am Abend wurde zusätzlich zu mehreren Bergdörfern auch der bei Urlaubern beliebte Küstenort Agia Galini evakuiert – rund 6.000 Touristen seien betroffen, berichteten griechische Medien. Etwas weiter westlich im Küstenort Agios Pavlos wurden 29 Menschen von der Küstenwache über das Meer in Sicherheit gebracht.
Entwarnung gibt es nicht: Die starken Winde sollen in den kommenden
Tagen in weiten Teilen Griechenlands anhalten. Das
Bürgerschutzministerium warnt vor anhaltend hoher Waldbrandgefahr.
Bewohner aus Antalya in Sicherheit gebracht
Auch im südtürkischen Antalya bekämpft die Feuerwehr seit Dienstag mehrere Brände in der Touristenregion, von denen ein Großteil gelöscht werden konnte, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Weil die Brände Wohngebiete erreichten, wurden vorsorglich einige Bewohner in Sicherheit gebracht. Der Gouverneur von Antalya, Hulusi Sahin, erklärte als Gründe für die Brände extreme Hitze, starke Winde und trockene Luft.
Außerdem wurden Brände in den Provinzen Balıkesir, Kütahya, Çanakkale und Yalova gemeldet, die im Westen der Türkei südlich von Istanbul liegen. Ein weiterer Brand in der Provinz Muğla im Südwesten der Türkei wird derzeit ebenfalls bekämpft.
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