Am kommenden Sonntag, 2. August, um 18 Uhr, läuft in der katholischen Kirche St. Ludger die aktuelle Ausgabe der Konzert-Reihe „Musik am Sonntag“. An Duisburgs größter Kirchenorgel spielt der musikalische Hausherr Dominik Susteck.

Im Mittelpunkt steht eine eigene Komposition des 1977 geborenen Organisten, nämlich sein erster Orgelzyklus „Zeitfiguren“, der 2014 im Auftrag des Erzbistums Paderborn entstand und jetzt erstmals auch in Duisburg erklingt, zum ersten Mal seit fast neun Jahren.

Darin wird die Spannung zwischen menschlicher Zeit und göttlicher Ewigkeit erkundet. Im Vorwort zur Notenausgabe schrieb Hans-Josef Becker, einst Erzbischof von Paderborn, das Zeit-Problem nehme im philosophisch-theologischen Diskurs einen wichtigen Platz ein: „Während ,Ewigkeit‘ zu den zentralen Attributen Gottes zählt, ist das menschliche Leben begrenzt, nach christlichem Zeitverständnis eingebunden in die eschatologische Spannung von ,Schon’ und ,Noch nicht‘.

Dass der ewige Gott auch in diesem Zwischenraum erfahrbar ist, bringt Ignatius von Loyolas Diktum ,Gott suchen und finden in allen Dingen‘ zum Ausdruck; es liegt den einzelnen Sätzen als leitende Idee zugrunde. Satz I (,Strahlen’) und IV (,Leuchten‘) können auf den Einbruch des Göttlichen verweisen, Satz II (,Verschlungener Gang‘) lässt die Erlebniszeit des Menschen assoziieren, Satz V (,Akkordecho‘) darf als Widerklang des himmlischen Jerusalems verstanden werden, und die Sätze III (,Zeit‘) und IV (,Warten‘) schließlich reflektieren die Unfassbarkeit der Zeit und die eschatologische Hoffnung des Individuums.“

Als Rahmen zum dreiviertelstündigen Zyklus erklingen die beiden Teile eines insgesamt etwa elf Minuten dauernden Werkes, welches das monumentale Lob der unbegreiflichen Göttlichkeit in gleichfalls höchst anspruchsvolle, aber leichter verständliche Musik fasst, nämlich Präludium und Fuge C-Dur BWV 547 von Johann Sebastian Bach.

Zu finden ist St. Ludger in Neudorf, wenige 100 Meter vom Hauptbahnhof. Der Eintritt zu dieser außergewöhnlichen Orgelstunde ist frei.