Sie messen Herzschlag und Atmung
Diese Autos sollen Schlaganfälle erkennen
30.07.2026 – 12:38 UhrLesedauer: 2 Min.
Forschungsfahrzeuge des Peter L. Reichertz Instituts für Medizinische Informatik (PLRI): Sie werden auf der Automobilmesse in Frankfurt präsentiert. (Quelle: PLRI/TU Braunschweig)
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Kann ein Auto erkennen, wenn es dem Fahrer schlecht geht? Daran forschen Wissenschaftler aus Braunschweig. Auf einer Automesse zeigen sie nun ihre Entwicklungen.
Ein Auto, das nicht nur den Verkehr im Blick hat, sondern auch die Gesundheit des Fahrers: An dieser Idee arbeiten Forscher der Technischen Universität Braunschweig und der Medizinischen Hochschule Hannover. Auf der internationalen Automobilmesse Automechanika in Frankfurt präsentieren sie vom 8. bis 12. September zwei Forschungsfahrzeuge, die während der Fahrt verschiedene Gesundheitsdaten erfassen.
Entwickelt wurden die Fahrzeuge vom Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik (PLRI) gemeinsam mit dem Institut für Fahrzeugtechnik der TU Braunschweig. Ziel ist es, langfristige Veränderungen des Gesundheitszustands frühzeitig zu erkennen und so mögliche Risiken sichtbar zu machen.
Sensoren messen Herzschlag und Atmung
Und so funktioniert es: Die Forschungsfahrzeuge erfassen unter anderem Herz- und Atemfrequenz. Dafür kommen verschiedene Sensoren zum Einsatz: Elektroden im Lenkrad schreiben ein Elektrokardiogramm (EKG), Kameras am Innenspiegel analysieren Körperbewegungen und Farbveränderungen im Gesicht, Mikrofone im Sicherheitsgurt nehmen Herztöne auf. Ergänzt wird das System durch Lichtsensoren, die Veränderungen des Blutvolumens im Gewebe messen und so unter anderem Herzfrequenz und Herzrhythmusstörungen erkennen können.
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Die Sensoren sind unauffällig im Fahrzeug verbaut. Die einzelnen Messwerte werden anschließend mithilfe künstlicher Intelligenz gemeinsam ausgewertet.
Auto soll Veränderungen frühzeitig erkennen
Nach Angaben der Forscher können durch eine langfristige, personalisierte Trendanalyse Veränderungen des Gesundheitszustands früh erkannt werden. Betroffene könnten sich daraufhin ärztlich untersuchen lassen.
Thomas Deserno vom PLRI sagt dazu: „So können Herzinfarkte oder Schlaganfälle vermieden werden. Aber auch neurologische und pneumologische Krankheiten wie Parkinson oder COPD können bereits im Frühstadium diagnostiziert werden, was Therapieerfolge erhöht und -kosten senkt.“
Gleichzeitig betont der Wissenschaftler, dass das Fahrzeug weder eine ärztliche Diagnose noch eine Behandlung ersetzen soll. „Die Entscheidung über medizinische Schritte bleibt immer bei den Menschen und den behandelnden Fachpersonen.“

