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München (Bayern) – Riccardo Basile (34) erzählt seit Jahren die Geschichten der größten Sportstars. Jetzt schildert der Sky-Moderator erstmals seine eigene. Nicht, um über seinen Karriereweg zu sprechen. Sondern, weil er überzeugt ist, dass seine Geschichte auch etwas über Deutschland erzählt. Gemeinsam mit Bestsellerautorin und WELT-TV-Moderatorin Nena Brockhaus (33) schreibt Basile ein gesellschaftspolitisches Buch über Leistung, Aufstieg und die Frage, warum Deutschland den Glauben daran verloren hat, dass sich Einsatz lohnt. Das bislang noch titellose Werk soll am 4. März 2027 erscheinen, erfährt BILD.
Im Gespräch mit BILD erklärt Riccardo Basile, warum ihn dieses Projekt seit Jahren beschäftigt. „Ich habe gemerkt, dass meine eigene Geschichte vielleicht mehr über unser Land erzählt, als ich lange gedacht habe. Dieses Buch ist deshalb keine Autobiografie. Es ist ein Plädoyer für Deutschland und für das, was dieses Land einmal ausgezeichnet hat.“
„Ich wollte nicht mehr nur Zuschauer sein“
Lange habe er den Wunsch gehabt, ein gesellschaftspolitisches Buch zu schreiben. Jetzt sei der richtige Zeitpunkt gekommen. „Ich wollte nicht mehr nur Zuschauer sein. Irgendwann kommt der Punkt, an dem man selbst Haltung zeigen muss. Ich sehe ein Land voller Möglichkeiten, das sich oft kleiner macht, als es ist. Mir fehlt Optimismus. Mir fehlt Vertrauen in die eigene Kraft.“

Sky-Moderator Riccardo Basile und Nena Brockhaus (33), Kolumnistin und Kommentatorin bei WELT-TV
Foto: Luisa Esch
Dass Nena Brockhaus seine Co-Autorin wurde, war für beide schnell klar. Sie begegneten sich in ihrer politischen Talkshow bei WELT TV (gehört wie BILD zu Axel Springer), so Basile. „Nena bringt die politische Schärfe und die Erfahrung einer erfolgreichen Autorin mit. Sie ist mutig. Sie sagt ihre Meinung, auch wenn es unbequem wird. Ich schätze Menschen, die nicht jedem Applaus hinterherlaufen.“
Basiles Mama sagte: „Arbeite hart“
Das Buch ist auch eine sehr persönliche Reise zurück zu seinen Wurzeln. Basiles Mutter kam als Gastarbeiterkind nach Deutschland. Von ihr habe er alles gelernt, was ihn bis heute antreibt. „Dankbarkeit. Disziplin. Demut. Und den tiefen Glauben daran, dass man sich Respekt erarbeitet und nicht einfordert. Meine Mama hat nie erwartet, dass ihr etwas geschenkt wird. Sie hat immer gesagt: ,Arbeite hart, bleib anständig und vergiss nie, wo du herkommst.‘ Diese Haltung begleitet mich bis heute.“

Riccardo Basile (im Alter von 4 Jahren) mit seiner Mama Marilena bei der Eröffnung einer Bäckereifiliale. Ihr Alltag: Um 2 Uhr nachts aufstehen, Brote und Backwaren einladen
Foto: Carina Jirsch/Osthessennews

Riccardo Basile im Alter von 4 Jahren bei der Eröffnung einer Filiale seiner Mutter
Foto: Carina Jirsch/Osthessennews
„Mein Erfolg ist das Ergebnis der Opfer meiner Eltern“
Erst als Erwachsener habe er verstanden, welche Opfer seine Eltern für seinen Weg erbracht hätten. „Heute weiß ich: Mein Erfolg ist nie nur mein Erfolg gewesen. Er ist das Ergebnis der Opfer meiner Eltern.“ Einen Satz seiner Mutter trägt er bis heute mit sich. „Mach deine Arbeit so gut, dass niemand an dir vorbeikommt. Das war nie Druck. Das war eine Lebenseinstellung.“
Besonders emotional wird Basile, wenn er über seinen Vater spricht. Er starb, wie auch der Vater von Nena Brockhaus, an Krebs. Riccardo: „Es gibt nichts, was mir jeden einzelnen Tag mehr fehlt als mein Papa.“ Was würde er ihm heute gern noch sagen? „Papa, alles wird gut.“ Über seine TV-Karriere möchte Basile in diesem Zusammenhang gar nicht sprechen. „Ich würde mir viel lieber wünschen, dass Papa das nächste Weihnachten mit meiner Mama und mir verbringen könnte.“

Riccardo Basile als Kind mit seinem Papa. Das Foto veröffentlichte er am 29. Mai 2025 zum Vatertag. Sein geliebter Vater starb an Krebs. In Interviews sagte Basile mehrfach, dass er täglich an ihn denkt
Foto: riccardobasile/Instagram
Dass Fleiß wichtiger ist als Talent, habe er im Sport immer wieder erlebt. „Sei bereit, die Extrameile zu gehen. Beharrlichkeit ist enorm wichtig. Wenn du möchtest, dass Boris Becker, Oliver Kahn und Roman Weidenfeller gleichzeitig deine Gäste sind, kannst du dich nicht auf andere verlassen. Du musst selbst dafür arbeiten. Ich glaube fest daran: Fleiß schlägt Talent – wenn Talent nicht bereit ist, zu arbeiten.“
Basile zweifelte an seiner Karriere
Auch sein eigener Weg verlief nicht ohne Rückschläge. Anfang 2017 bewarb sich Basile für ein Volontariat bei Sky und erhielt eine Absage. „Ich dachte kurz: Das war’s.“ Nur sechs Monate später folgte dann das Angebot als Moderator. Der Beginn einer Karriere, die ihn heute zu einem der bekanntesten Gesichter des deutschen Sportfernsehens gemacht hat. Trotzdem kennt auch er Selbstzweifel. „Viele sehen heute den erfolgreichen Moderator. Die wenigsten wissen, dass ich oft gezweifelt habe. Dass ich ein sehr nachdenklicher Mensch bin.“

Heute gehört Riccardo Basile zu den erfolgreichsten Sportmoderatoren Deutschlands. Sky setzt seit 2017 auf ihn. Er moderiert die Bundesliga und die Champions League, bekam mit „Meine Geschichte“ ein eigenes Interviewformat und führt unter anderem durch den Talk „Sammer & Basile – der Hagedorn-Talk“
Foto: Getty Images
Seine größte Sorge gilt heute der gesellschaftlichen Entwicklung Deutschlands. „Chancen müssen vorhanden sein. Unabhängig von Herkunft oder Geldbeutel. Aber Chancen nützen nichts, wenn wir den Ehrgeiz verlieren, sie zu nutzen. Eine Gesellschaft braucht beides: faire Möglichkeiten und die Bereitschaft, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen.“
Basile möchte Eltern stolz machen
Vor allem junge Menschen möchte Basile mit seinem Buch erreichen. „Ich wünsche mir, dass ein 16-Jähriger nach der letzten Seite denkt: Leistung, Charakter und Ausdauer zählen immer noch. Beharrlichkeit wird belohnt. Qualität wird sich irgendwann immer durchsetzen.“

Riccardo Basile und Mama Marilena (60) in Fulda, wo Riccardo aufgewachsen ist
Foto: Carina Jirsch/Osthessennews
Und wenn seine Eltern das fertige Buch gemeinsam in den Händen halten könnten? Riccardo Basile lächelt. „Ich hoffe sehr, dass ich sie stolz machen werde. Nicht, weil ihr Sohn ein Buch geschrieben hat. Sondern weil sie sehen würden, dass all ihre Opfer nicht umsonst gewesen wären. Das wäre für mich das schönste Kompliment überhaupt.“