Stand: 30.07.2026 13:31 Uhr
Die Schau im Museum Kunst der Westküste auf Föhr beleuchtet unter anderem Wendepunkte im Schaffen von Edvard Munch, Anna Boberg, Sigrid Hjertén und Erich Heckel – Malerei zwischen sommerlicher Leichtigkeit und Kriegserinnerungen.
Die neue Ausstellung erzählt anhand von Einzelgeschichten, wie Künstlerinnen und Künstler vor rund 100 Jahren mit ganz eigenem Blick auf Licht, Farbe und Natur die Küste gesehen haben – von den Niederlanden über Deutschland bis nach Norwegen. „Dieses große Thema zu packen, in einen Rahmen zu bringen, der für die Besucher greifbar ist und nicht zu sehr verallgemeinert, war die Herausforderung“, sagt die Kuratorin Katrin Hippel. „Das ist mit dem Fokus auf die Einzelgeschichten hoffentlich geglückt.“
Wendepunkte als Ausstellungskonzept
Hippel hat sich dabei auf Wendepunkte konzentriert. Die Wurzeln von Edvard Munch – einem der Wegbereiter der klassischen Moderne – lagen in der Freilichtmalerei. Von dieser löst sich der Norweger 1888 mit einem Werk, das seine Schwester zeigt, bei der Depression diagnostiziert wurde. Sie steht mit gesenktem Kopf auf einem Bootsanleger. Das Gemälde leitet einen neuen Abschnitt Munchs ein: hin zu emotional aufgeladenen Meisterwerken, für die er bekannt wird.

Das Museum auf der Insel Föhr sammelt, erforscht und vermittelt Kunst, die sich mit den Themen Meer und Küste auseinandersetzt.
Die Kuratorin sagt, dass sie nicht unbedingt die ganze Lebensgeschichte eines Künstlers oder einer Künstlerin erzählen wolle. Stattdessen gehe es ihr darum, den Moment zu finden, der relevant ist für das Sammlungswerk und der gleichzeitig etwas Spannendes über die beginnende Moderne sage.
Einmal Lofoten und nicht zurück!

Das Bild „Nordlichter“ ist eine Studie von Anna Boberg aus Nordnorwegen von 1946.
Ausgestellt sind Künstlerinnen und Künster, die den Mut haben, das Sichtbare zu hinterfragen, Perspektiven zu verschieben und neu zu denken. Die schwedische Künstlerin Anna Boberg beispielweise reiste 1901 mit ihrem Mann erstmals nach Norwegen auf die Lofoten. „Sie war von der Landschaft, diesen Felsformationen, so begeistert, dass sie die Rückreise verweigert hat“, betont Hippel. „Sie hat ihren Mann nach Hause geschickt. Der hat ihr Malmaterial nachgesendet. Sie wollte nur noch vor Ort viel malen.“
Private und internationale Leihgaben
49 Werke aus dem Fundus haben es in die Ausstellung geschafft – ergänzt durch Leihgaben der Familie Fielmann, des Kunstmuseums Den Haag und des Nationalmuseums Stockholm. Darüber freut sich die Museumsleiterin Ulrike Wolff-Thomsen. „Wir sind eine kleine Sammlung, gemessen an den großen internationalen Museen. Da ist es fantastisch, dass wir gezielt wunderbare Leihgaben nach Alkersum auf die Insel Föhr holen dürfen“, erklärt sie.
Aufdrucksformen des Aufbruchs
Die Bandbreite reicht von der gemalten Leichtigkeit des Sommers an der dänischen Küste von Sigrid Hjertén oder Isaac Grünewald. Aber auch Kriegserinnerungen von Erich Heckel mit Explosionen am Horizont sind zusehen: Verschiedene Ausdrucksformen des Aufbruchs in die Moderne.
Das Museum Kunst der Westküste auf Föhr ist NDR Kulturpartner.

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„Moderne trifft Küste“: Bilder zwischen Sommeridyll und Explosion
Die neue Ausstellung im Museum Kunst der Westküste auf Föhr erzählt vom Aufbruch der Malerei in die Moderne.
- Datum:
- 21.06.2026, 10:00 Uhr
- Ende:
- 10.01.2027
- Ort:
-
Museum Kunst der Westküste
Hauptstraße 1
25938
Alkersum / Föhr