Das reicht zum Gießen das Jahr über aus. Lediglich in den Sommermonaten wird vom Wasseranschluss auf dem Dach Gebrauch gemacht.
Die Tartanplatten als Bodenbelag waren eine bewusste Entscheidung, das Regenwasser kann dazwischen versickern und Wasser kann länger gespeichert werden. Drei Tage dauert es in der Regel bis nach einem heftigen Regenguss das Wasser aus den Platten wieder verdunstet ist. In Zukunft sind noch mehr Regenauffangstellen geplant. Dann, so hofft Lehmeier, sind sie gar nicht mehr auf den Gartenanschluss auf dem Dach angewiesen.
Die 120 Quadratmeter Dachgarten zu pflegen und abzuernten ist nur in Teamarbeit möglich. Die Fläche sei zu groß, um sie mit nur einer Familie zu bewirtschaften. Deshalb steht er nicht nur Lehmeiers Familie offen, sondern der gesamten Hausgemeinschaft. So lässt sich die Arbeit gut aufteilen: Ist jemand mal länger im Urlaub oder krank, übernehmen die anderen das Gießen.
Außerdem sei der Garten immer auch ein soziales Projekt gewesen. Ein Treffpunkt, der die städtische Anonymität auflösen soll. „Gemeinsam gärtnern schweißt zusammen“, weiß Lehmeier mittlerweile. In der Umsetzung hat das sogar besser geklappt als erträumt. Drei Familien sind aktuell am Garten beteiligt, darunter Arbeitskollegen und Freunde. Im ersten Stock des Hauses sind neue Mieter eingezogen, die ab dem nächsten Frühjahr auch am hauseigenen Anbau teilhaben können.