
AUDIO: Theater im August 2026: Die Highlights in Sachsen, Sachsen-Anhalt & Thüringen (6 Min)
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Stand: 30.07.2026 15:48 Uhr
Auch im August 2026 können Sie in Sachsen spannendes Theater erleben – witzig, tiefsinnig und bildstark: In Dresden stehen Odysseus und Caspar David Friedrich auf unerwartete Weise auf der Bühne. In Chemnitz gibt es große Oper und in Annaberg-Buchholz einen Klassiker in Mundart. In Leipzig wird Orwells „Farm der Tiere“ als opulentes Figurentheater inszeniert. Unsere handverlesenen Tipps für unvergessliche Theatererlebnisse – inklusive Adressen und Terminen.
Schauspiel in Dresden: „Die Sirenen des Odysseus“ im Bärenzwinger
Das Kino dieser Tage zeigt es: Homers „Odyssee“ ist bis heute ein Stoff, an dem sich große Geschichtenerzähler und -erzählerinnen messen können. Doch was wäre eigentlich gewesen, wenn Shakespeare, der vielleicht wichtigste englische Theaterdichter, sich von der sagenhaften Reise des Königs von Ithaka hätte inspirieren lassen? Diese Frage beantwortet in diesem Jahr das Sommertheater im Dresdner Bärenzwinger. Einmal mehr nimmt sich der Theatermacher Peter Förster ein Stück Weltliteratur und setzt es im Stile des Theaters der Shakespeare-Zeit um – bei dem Sprache und Schauspiel opulente Ausstattung ersetzen.
Dieses Jahr erzählt er eine Episode aus dem berühmten Epos von Homer: Auf seiner absurd langen Reise vom zerstörten Troja ins heimatliche Ithaka kommt Odysseus auch durch das Gebiet der Sirenen – Meereswesen, die Reisende mit ihrem Gesang betören und in den Abgrund locken. Seiner Crew rät der Kriegsheld, sich die Ohren zu verstopfen. Doch selbst lässt er sich an den Mast binden, um dem sagenhaften Gesang zu lauschen. Ab da nimmt das Unheil seinen Lauf. Und im Stück geht es dann um die griechischen Götter, die Wahrheit und den Wert der Familie.
Weitere Informationen
„Die Sirenen des Odysseus – Ein Shakespeare auf hoher See“
Adresse:
Bärenzwinger
Brühlscher Garten 1
01067 Dresden
Dauer: 130 Minuten, eine Pause
Termine:
Immer dienstags bis sonntags (außer am 21. August), jeweils 20 Uhr
Figurentheater in Leipzig: „Farm der Tiere“ im Westflügel
Ja, alle Tiere sind gleich. Aber manche Tiere, die sind gleicher. Dieser Gedanke, der in keiner Sprache existieren kann, hat die Erzählung „Die Farm der Tiere“ von George Orwell zum Klassiker gemacht. Mit Mitteln der klassischen Tierfabel hat der britische Schriftsteller die Geschichte der russischen Revolution, der Sünden des Kommunismus und des Stalin-Terrors beleuchtet. Auf einem Bauernhof verstehen die Tiere nicht mehr, warum die Menschen denn die Macht haben sollten. Also begehren sie auf und stürzen die Herrschaft der Menschen unter Führung der Schweine, allen voran Napoleon. So beginnt das freie Leben der Tiere, selbstbestimmt und selbstverwaltet. Doch dann gibt es immer mehr Regeln, bis die Schweine plötzlich mit den Menschen zusammensitzen und sich seltsam ähneln.

Die Inszenierung am Leipziger Figurentheaterzentrum lebt auch von viel Musik.
Am Westflügel, dem Leipziger Zentrum für Figurentheater, kommt der Klassiker überraschend opulent auf die Bühne. Das Duo Wilde und Vogel hat befreundete Theaterschaffenden versammelt und nutzt zahlreiche Darstellungsformen und Techniken, um die Fabel zum Leben zu erwecken. Dabei setzt die Inszenierung nicht einfach auf überwältigende Bilder, sondern zeigt, wie sie sich dem Stoff nähern, und wie sie langsam selbst zu Tieren werden. Es sei „eine beeindruckende kollektive Viecherei“, berichtet der Kritiker Steffen Georgi in der „Leipziger Volkszeitung„. Die Inszenierung werde „kongenial musikalisch“ begleitet und überzeuge mit „künstlerischer Konsequenz“.
Weitere Informationen
„Farm der Tiere“ nach George Orwell
Adresse:
Westflügel Leipzig
Hähnelstraße 27
04177 Leipzig
Dauer: 180 Minuten, eine Pause
Termine:
27. bis 29. August, jeweils 20 Uhr
30. August, 18 Uhr
Schauspiel in Annaberg-Buchholz: „Erzgebirgischer Jedermann“ vor der Annenkirche
Die St. Annenkirche in Annaberg-Buchholz ist Glanzstück spätgotischer Architektur. Auch deswegen ist der Kirchenraum mit seinem hohen Rippengewölbe mit Blumenmuster der ideale Ort für den Klassiker „Jedermann“. Darin erzählte Hugo von Hofmannsthal von einem reichen Mann, der überraschend vom Tod besucht wird. Als er sich auf seinen Tod vorbereiten will, muss er jedoch feststellen, dass kaum etwas in seinem Leben von wirklichem Wert ist – seinen Besitz kann er nicht behalten und seine Beziehungen sind eher Schein. Auch in Annaberg-Buchholz besitzt das Allegorie-Stück eine eigene Tradition, bei der Laien neben Profis auf der Freiluft-Bühne stehen. In diesem Jahr soll das Stück unter der Leitung von Jan Holtappels eine ganz neue Gestalt bekommen, die aus der Mischung von mittelalterlichen Mysterien und erzgebirgischer Mundart entstehen wird.

Die große Annenkirche in Annaberg-Buchholz wird zur Kulisse für einen besonderen „Jedermann“.
Weitere Informationen
„Der erzgebirgische Jedermann“ nach Hugo von Hofmannsthal
Adresse:
St. Annenkirche
Große Kirchgasse 21
09456 Annaberg-Buchholz
Termine:
1. August, 20 Uhr
5. August, 20 Uhr
12. August, 20 Uhr
19. August, 20 Uhr
Musical in Dresden: „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ vor Schloss Übigau
Es ist vielleicht eines der berühmtesten Bilder, die in Deutschland entstanden sind: Caspar David Friedrichs „Der Wanderer über dem Nebelmeer“. Ein Mann steht auf den zerklüfteten Felsen des Elbsandsteingebirges, den Blick vom Maler und dem Publikum abgewandt, und blickt über die Nebel, die tief über den Felsen hängen. Was er denkt, können die Betrachtenden nur erraten und ihre eigenen Gedanken über die ungewisse Zukunft hineinlegen. Das Jubiläum des 250. Geburtstages des Künstlers vor zwei Jahren hat dem Gemälde noch einmal mehr zu Popularität verholfen. So wurde es auch zur Grundlage für ein neues Musical in Dresden mit Musik der Band Silbermond, die ja wie das Bild ihre Wurzeln in der Region haben.

Bei einem Unfall beim Schlittschuhlaufen hat der junge Caspar seinen Bruder verloren.
Das Stück von Intendant Christian Kühn hat durchaus Anspruch, denn es wird nicht nur der Lebensweg des Malers erzählt, inklusive traumatischer Kindheitserlebnisse, sondern auch eine Geschichte der Gegenwart, etwa von einem Aktivisten, der Friedrichs berühmtestes Gemälde im Museum durch eine Kopie ersetzt. Jede dieser Figuren hat auch ein Gesangssolo mit einer Nummer von dem Silbermond-Album „Leichtes Gepäck“ und alle können stimmlich überzeugen, schreibt der Kritiker Christian Ruf in den „Dresdner Neuesten Nachrichten„. Er ist ganz angetan von dem Blick der Regie für Details und davon, dass es nicht nur leichte Sommerkost sei, „aber der Spaß kommt nicht zu kurz“.
Weitere Informationen
„Der Wanderer über dem Nebelmeer“
Musical von Christian Kühn
Adresse:
Elbschloss Übigau
Rethelstraße 47
01139 Dresden
Dauer: 150 Minuten, eine Pause
Termine:
Im August immer donnerstags bis dienstags, jeweils 19:30 Uhr
Schauspiel in Leipzig: „Der Raub der Sabinerinnen“ vom Frauenzimmertheater
Das war nicht in Ordnung: Kurz nach der Gründung der Stadt Rom, so geht die Sage, hatte der Gründer Romulus Sorgen, dass dem jungen Ort die Frauen ausgehen. Also suchte er den Austausch mit den Gemeinden im Umland. Doch alle sagten ihm ab, sie wollten ihre Frauen selbst behalten und Rom nicht helfen. Kurzerhand entschieden sich die Römer, die Sabiner zu überfallen und deren Frauen zu entführen. Es sollen wohl mehr als 30 gewesen sein. Es kam in der Folge zum Krieg und später zur Vereinigung der beiden Stämme. Diese fragwürdige Geschichte war in der Kunst immer wieder eine wichtige Inspiration.
Auch die Brüder Franz und Paul von Schönthan haben den Mythos für ein Stück genutzt. In ihrem Schwank geht es jedoch nicht um die Sage selbst, sondern um einen Mann, der die Geschichte für ein eigenes Stück genutzt hat. Der Direktor des Vergnügungstheaters will es aufführen, doch dem Mann, dem Gymnasialprofessor, ist sein Stück etwas peinlich. Vor allem will er nicht, dass seine Frau davon erfährt – dass das nicht gelingt, ist ja fast schon klar. Das Leipziger Frauenzimmertheater hat das Stück für sein Sommertheater in Wagners Hof gewählt. Dabei betonen sie, dass der Schwank vor allem unterhalten soll, hinter dem Witz aber menschliche Eigenheiten verdeutlicht werden.
Weitere Informationen
„Der Raub der Sabinerinnen“
Schwank von Franz und Paul von Schönthan
Adresse:
Wagners Hof
Richard-Wagner-Platz 1
04109 Leipzig
Termine:
1. August, 20:30 Uhr
8. und 9. August, jeweils 20:30 Uhr
12. bis 14. und 16. August, jeweils 20:30 Uhr
19. und 20. August, jeweils 20:30 Uhr
26. und 27. August, jeweils 20:30 Uhr
Musiktheater in Chemnitz: „Don Giovanni“ von Mozart
Die Oper „Don Giovanni“ von Lorenzo da Ponte und Wolfgang Amadeus Mozart gilt als eins der besten Werke des Kanons: eine spannende Geschichte, die ideal in Text und Musik erzählt wird. Der Lebenszweck von Don Giovanni liegt darin, möglichst viele Frauen rumzukriegen, seien es edle oder einfache Damen. Dass er dafür auch bereit ist, über Leichen zu gehen, hatte er gerade erst bewiesen. Die Verantwortung will er dafür nicht übernehmen und ihn zur Rechenschaft zu ziehen, fällt schwer, bis das Opfer selbst es übernimmt.
Auch der ausgezeichnete Regisseur Dennis Krauß verlässt sich ganz auf die Musik und die Geschichte. Das Ensemble ist mit anspielungsreich farbigen Kostümen gekleidet. Die Bühne ist schlicht gehalten: Rot ist die bestimmende Farbe, die Handlung wird auf Treppen erzählt. MDR KULTUR-Kritiker Michael Ernst ist vom Konzept überzeugt und auch von den sängerischen Leistungen des Ensembles.

Weitere Informationen
„Don Giovanni“ von W.A. Mozart
Adresse:
Opernhaus
Theaterplatz 2
09111 Chemnitz
Dauer: 165 Minuten, eine Pause
Termine:
23. August, 18 Uhr
FÜR KURZENTSCHLOSSENE:
Tanztheater in Dresden: „Viva la vida“ in der Semperoper

Das Tanzstück über Frida Kahlo spielt mit verschiedenen Stilen.
Das Gesicht dieser Frau ist zur Ikone geworden, von Wänden und Plakaten schauen die Augen unter den dicken Brauen auf die Welt. Immer wieder hat Frida Kahlo sich selbst gemalt und so von ihrem Leid erzählt, Fragen nach Weiblichkeit und Identität gestellt. In ihren Bildern verbindet sie Lebensgeschichte, Politik, indigene Kultur und surrealistische Bildsprachen. In „Viva la vida“ begibt sich der Choreograf Enrique Gasa Valga in einer Mischung aus Tanztheater und Musical auf die Spuren der Biografie der berühmten Malerin. Er erzählt von der Kinderlähmung und der Alkoholsucht, der Beziehung zu dem russischen Revolutionär Leo Trotzki, ihrem politischen Engagement und von der schwierigen Beziehung zum Künstler Diego Rivera.
Auf der Bühne stehen Stahlträger, im Hintergrund werden Kahlos Bilder eingeblendet. Davor tanzt das Ensemble in den unterschiedlichsten Stilen zwischen Modern Ballet, Flamenco und Stepptanz. Dazu erklingt eine ebenso vielseitige und spannende Musikauswahl, die live gespielt wird, wobei vor allem Greta Marcolongo hervorsticht. Sie singt nicht nur, sondern führt auch erzählend durch das Leben der Ikone: Sie „singt ergreifend, führt durch alle möglichen Gefühlszustände und wird so zur eigentlichen Frida Kahlo“, berichtet die Kritikerin Jutta Czeguhn in der Süddeutschen Zeitung. Neben ihr verkörpern zwei Tänzerinnen die verschiedenen Seiten von Kahlo, die am Ende zusammenfinden.
Weitere Informationen
„Viva la Vida – A Tribute to Frida Kahlo“
Adresse:
Semperoper
Schinkelwache
Theaterplatz 2
01067 Dresden
Dauer: 115 Minuten, eine Pause
Termine:
22. bis 25. Juli, 19:30 Uhr
25. Juli, 15:00 Uhr
26. Juli, 14:00 Uhr
Figurentheater in Dresden: „Der goldene Taler“ im Großen Garten

Mit Puppen wird die Suche nach dem goldenen Taler in Dresden erzählt.
Hans Fallada ist vor allem für seine zeitkritischen Romane wie „Kleiner Mann, was nun“ bekannt, doch er hat auch kürzere und vor allem märchenhaftere Geschichten erzählt, etwa von Anna Barbara. Die junge Frau verspricht ihrer Großmutter, einen goldenen Taler zu finden, der der alten Frau als Glücksbringer dienen soll. So macht sie sich auf den Weg und trifft bald einen Unternehmer mit dem vielsagenden Namen Geiz auf seinem Pferd Unverzagt. Er bietet ihr an, dass sie sich die Münze verdienen könne, wenn sie drei Jahre für ihn arbeiten würde. Bei ihrer Arbeit unter Tage macht Anna zahlreiche wundersame Entdeckungen und trifft einen neuen Freund – der ihr bei ihrer Suche vielleicht helfen kann.
Weitere Informationen
„Der goldene Taler“ nach Hans Fallada
Adresse:
Sonnenhäusel im Großer Garten
Hauptallee 10
01219 Dresden
Dauer: 50 Minuten, keine Pause
Termine:
29. Juli, 11 und 17 Uhr
30. Juli, 11 Uhr
