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Dynamo Dresden steht kurz vor der Torwart-Entscheidung. Im heißen Finale um die Kiste kontert Herausforderer Elias Bethke (23) die Ansage von Tim Schreiber (24).
Der Stammkeeper hatte zuletzt gesagt: „Der Druck liegt jetzt ein bisschen bei Eli. Er muss jetzt ein Stück weit beweisen, dass er das Niveau hat. Alles andere entscheidet dann der Trainer.“ Bethke reagierte darauf so: „Ich sehe das alles relativ entspannt und hoffe, dass ich gleich gegen Nürnberg auf dem Platz stehen und zeigen kann, dass ich 2. Liga spielen kann.“
Der Winter-Neuzugang, für den Dresden im Januar eine sechsstellige Ablöse an Energie Cottbus überwiesen hatte, meint dazu: „Ich habe dort bewiesen, dass ich höherklassig abliefern kann. Es ist normal, dass man sich in der Vorbereitung ein bisschen triezt.“
Trotzdem ist das Verhältnis der beiden Torhüter respektvoll. Bethke: „Wir schießen uns nicht – wie es früher vielleicht war – auf die Finger oder reden neben dem Platz nicht miteinander. Die Zeiten sind vorbei. Wir sprechen miteinander, das ist kein Problem.“
Fakt ist aber, dass der Blondschopf weiß: „Ich glaube, gegen Union Berlin wird man schon erkennen, wer im Tor stehen wird.“ Heißt: Wer am Samstag (14 Uhr) bei der Saisoneröffnung gegen Bundesligisten aufläuft, ist mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit erstmal die Nummer eins.
Schreiber bleibt Favorit auf den Posten im Tor
Bethke hatte in der Vorbereitung bisher vor allem mit lauten Ansprachen von hinten heraus überzeugt, hat seine Vorteile möglicherweise auch im Spielaufbau. Dagegen hat sich Schreiber genau in dem Bereich gesteigert. In der Rückrunde war der Keeper außerdem ein sicherer Rückhalt, kratzte gegen Kiel (2:1) am letzten Spieltag sogar einen Elfmeter raus. Nach BILD-Informationen spricht deshalb auch viel dafür, dass Schreiber im Kasten bleibt. Dazu passt, dass er zuletzt auch gegen Cottbus im ersten von zwei Testspielen an diesem Tag bei der vermeintlichen Startelf (1:2) zwischen die Pfosten gehen durfte.

Die SGD-Torhüter wie hier Tim Schreiber mussten am Dienstag mit 5-Kilo-Medizinbällen im Training arbeiten
Foto: Olaf Rentsch
Bethke hat genauso keine Sorgen vor neuer Höhe, wie er nach dem Team-Ausflug in den Hochseilgarten im Trainingscamp in Österreich offenbarte. „Wir waren 200 Meter in der Luft beim Klettern. Aber ich habe keine Höhenangst, da bin ich kompromisslos“, grinste er. Schließlich will er demnächst im Stadion auf der Linie fliegen.
Kein Groll mit Wollitz
Zwischen ihm und Cottbus-Coach Claus-Dieter Wollitz (61), der nach seiner schweren Muskelverletzung nicht mehr auf ihn baute und stattdessen dem nachverpflichteten Marius Funk vertraute, besteht übrigens laut seiner Aussage kein Zwist mehr. Bethke: „Ich habe keinen Groll, da kann man ersetzt werden, es ist Fußball. Es gab keinen Kontakt mehr zu Pele Wollitz.“ Erst am Samstag sahen sich beide beim Doppel-Testspiel (2:1/1:2) wieder. Am 12. Dezember kommt es zum Liga-Duell, wenn Energie in Dresden zum Zweitliga-Hit gastiert.
Bis dahin kann sich auch die Torwartsituation drehen. SGD-Trainer Thomas Stamm (43) ist bekannt dafür, dass er dauerhaft den Konkurrenzkampf hochhält. Bethke oder Schreiber? Erstmal dürfte der Platzhirsch der letzten Rückrunde seine Geschichte weiter SCHREIBE(R)n…