Gemeinsam ist man stärker: Das gilt auch für die verschiedenen Hilfsorganisationen und -institutionen in der Stadt. Jede hat natürlich ihren eigenen Bereich: Die Feuerwehr Wülfrath löscht in erster Linie Brände oder befreit Menschen nach einem Unfall, wenn sie in ihrem Wagen eingeklemmt sind. Das Deutsche Rote Kreuz Wülfrath (DRK) hat einen Fokus auf sanitäre Hilfe und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, kurz DLRG, Wülfrath arbeitet vor allem präventiv im Bereich Wasser und Schwimmfähigkeit. Gemeinsam haben sie aber ein Ziel: Menschen in Notlagen helfen. Und wenn es eine Krisenlage gibt oder es um den Bevölkerungsschutz geht, dann ziehen die Akteure der verschiedenen Organisationen gemeinsam an einem Strang. Dieses Zusammenspiel ist äußerst wichtig.
Bewährungsprobe Hitzewelle
Wie wichtig das ist, zeigten nun zwei gemeinsame Ausbildungsdienste von Feuerwehr, DRK und DLRG, wie Feuerwehrchef Benjamin Hann berichtet: „Bei einem Fachvortrag für die Einsatzkräfte der Feuerwehr stellte Tina Dörr vom DRK-Ortsverein Wülfrath die Aufgaben der Einsatzeinheiten im Katastrophenschutz vor und berichtete eindrucksvoll über die außergewöhnlichen Einsatzlagen während der Hitzewelle Ende Juni.“ Hier waren auch DRKler aus Wülfrath zum Beispiel bei der vom Kreis Mettmann kurzfristig eingerichteten Notfallambulanz in Erkrath im Einsatz.
„Anhand der Einsätze in Dormagen, Erkrath und Velbert wurde deutlich, wie eng Feuerwehr, Rettungsdienst, DRK, Polizei und weitere Organisationen bei Großschadenslagen zusammenarbeiten. Während die Feuerwehr technische Hilfe leistet und Gefahren abwehrt, übernimmt das DRK unter anderem die medizinische Versorgung, den Patiententransport, die Betreuung Betroffener sowie die Verpflegung von Einsatzkräften“, schildert Hann. Und das – das darf nicht vergessen werden – ehrenamtlich.
Hohe Leistungsfähigkeit des Ehrenamts beeindruckt
Von der Leistungsfähigkeit des Ehrenamts zeigt sich Hann besonders beeindruckt: „Innerhalb kürzester Zeit errichteten die Einsatzeinheiten des Kreises Mettmann während der hitzebedingten Sonderlage ein Notfallversorgungszentrum in Erkrath, um Krankenhäuser und Rettungsdienste zu entlasten.“ Solche Extremwetterlagen könnten künftig häufiger vorkommen, was den Bevölkerungsschutz künftig noch stärker fordern wird, ist sich der Feuerwehrchef sicher. Deshalb ist es wichtig, dass in dem Bereich die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Organisationen ausgebaut wird.
Helfer wollen mehr gemeinsame Übungen
Dazu zählt auch das gegenseitige Wissen und Verständnis von den Gerätschaften und Einsatzbereichen der verschiedenen Helfer. Dazu präsentierte das DRK zum Beispiel seinen Gerätewagen Sanitätsdienst (GW-San), der umfangreiches medizinisches Material mitführt und zum Aufbau sowie Betrieb mehrerer Behandlungsplätze ausgestattet ist. „Ein zentrales Ergebnis des Abends war der Wunsch, die Zusammenarbeit künftig durch gemeinsame Übungen weiter zu vertiefen“, so Hann.
Brandbekämpfer wagen sich ins Wasser
Es gab bei den gemeinsamen Übungsdiensten aber auch schon praktische Einheiten. Denn parallel zum Vortrag trainierten Mitglieder des Löschzugs 2 der Feuerwehr unter Anleitung von DLRG-Ausbilder Heiko Dietrich in der Wülfrather Wasserwelt die Eisrettung sowie das Retten hilfloser Personen im Wasser. „Geübt wurden unter anderem das sichere Annähern an Verunglückte, der Einsatz von Rettungsmitteln, das Anlandbringen sowie der Umgang mit schwimmfähigen Rettungsbrettern“, erklärt Hann.
Gemeinsames Ziel: Schutz der Bevölkerung
Mit den beiden Veranstaltungen würden Feuerwehr, DRK und DLRG ihr gemeinsames Ziel unterstreichen, die Zusammenarbeit im Bevölkerungsschutz weiter auszubauen und die Einsatzbereitschaft der ehrenamtlichen Kräfte zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger nachhaltig zu stärken, betont er abschließend. In der Blaulichtfamilie hält man zusammen.