Großformatige Kunstwerke in ausdrucksstarken Farben sind jetzt in Aichach im Verwaltungsgebäude am Tandlmarkt zu sehen. Dort wurde am Dienstagabend eine Ausstellung des Freisinger Künstlers Martin Widl mit dem Titel „Work in Progress“ (übersetzt: „in Arbeit“) eröffnet. Für seine Werke verwendet er nicht nur Farben, sondern auch Bitumen, Sand, Asche oder Erde.
In Aichach ist Widl kein Unbekannter, betonte Bürgermeister Josef Dußmann bei der Vernissage. Der Künstler hat bereits 2022 im Alten Rathaus ausgestellt und er beteiligt sich immer wieder an der „Aichacher Kunstmeile“ und arbeitete 2020 mit der Aichacher Künstlerin Maria Breuer bei der Thematik „Arbeiten aus verrostetem Stahl“ zusammen.
Widls Kunst als unvollendetes Werk und permanente Entwicklung
Dußmann sagte, dass der Künstler unter dem Titel „work in progress“ zum einen das unvollendete Werk verstehe, das sich noch im Entstehungsprozess befindet. Er meine aber auch die permanente und allgemeine Entwicklung im Schaffen.
Martin Widl, der auch Renaissance-Musik spiele, hat vor langer Zeit entdeckt, dass der Umgang mit Leinwand, Farbe und den unterschiedlichen Materialien seiner Ausdrucksform am besten entspricht. Im Laufe der Jahre entwickelte der gelernte Bankkaufmann, der viele Jahre im Personalmanagement gearbeitet hat, ein Gespür für Darstellungen außerhalb der realistischen Wahrnehmung und bestimmter Emotion, Natur, Beobachtung und vor allem seine Experimentierfreudigkeit. Seine Bilder entstehen in einem oft über Monate andauernden Malprozess, bei dem sich verschiedene Schichten an Malaktionen, darunter auch das Schütten von Acrylfarbe, überlagern.
In Aichach ist Martin Widl kein Unbekannter
In Studienreisen nach Wien, Verona oder Irland sowie in Fortbildungen bei Maler Peter Casagrande eignete er sich an Maltechniken an und lernte verschiedene Materialien kennen. Seine Werke erarbeitet er in mehrfachen Schichten. Materialien wie Erde, Sand, Bitumen, Marmormehl und Asche trägt er mit Farben und Pigmenten auf die Leinwand auf, um sie in einem fortdauernden Entstehungsprozess zu bearbeiten und zu Ausdrucksmitteln seelischer Improvisation werden zu lassen. Durch das Auswaschen von Überlappungen oder Abtragen von Überlagerungen, Pinseln und Spachteln verleiht er seinen Arbeiten reliefartigen Strukturen.
Widls kraftvolle Bilder kamen bei der Vernissage beim Publikum gut an. Seit 2005 stellt Widl regelmäßig an verschiedenen Orten in Bayern aus oder nimmt an Künstlersymposien teil. In Aichach ist die Ausstellung bis zum 16. Oktober zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen.