Kiel warnte frühzeitig

Nach zwei Toten durch Vibrionen: Wer besonders gefährdet ist

30.07.2026 – 19:04 UhrLesedauer: 2 Min.

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Kieler Förde von oben: Gute Wasserwerte schützen nicht vor Vibrionen im Ostseewasser. (Quelle: IMAGO/Peter Schickert/imago)

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Vibrionen fordern in Deutschland bereits zwei Todesopfer. Das RKI schlägt Alarm – die Saison startete 2026 besonders früh.

In Deutschland sind in diesem Jahr bereits zwei Menschen nach einer Infektion mit Vibrionen gestorben. Das Robert Koch-Institut registrierte bislang 17 hierzulande erworbene Infektionen. Ob sich Betroffene in Schleswig-Holstein angesteckt haben, ist unklar. Eine Kieler Badestelle wird nicht genannt.

Bis zum 12. Juli waren dem RKI 14 Fälle gemeldet worden. Im gleichen Zeitraum war es 2023 nur ein Fall, 2024 waren es neun und 2025 vier. Die Vibrionensaison habe vergleichsweise früh begonnen, teilte das Institut der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Erkrankten sind zwischen drei und 95 Jahre alt, das mittlere Alter liegt bei 70 Jahren.

Kiels Gesundheitsamt hatte bereits Anfang Juli vor einem erhöhten Infektionsrisiko gewarnt. Vibrionen kommen natürlicherweise im Meer- und Brackwasser vor und vermehren sich besonders bei Temperaturen um 20 Grad.

Meist geringes Risiko

Für die meisten Badegäste ist das Risiko gering. Gefährdet sind vor allem ältere und immungeschwächte Menschen sowie Personen mit chronischen Erkrankungen oder offenen Wunden. Vibrionen können selbst durch kleine Verletzungen in den Körper gelangen.

An den Stränden in Schilksee und Falckenstein sollten Menschen mit frischen oder offenen Wunden weder baden noch durch das Wasser waten. Kleinere Verletzungen sollten wasserdicht abgedeckt werden. Nach Kontakt mit Ostseewasser empfiehlt das Kieler Gesundheitsamt, die betroffene Stelle mit Leitungswasser zu spülen.

Warnzeichen sind schnelle Rötungen, starke Schwellungen, pochende Schmerzen, Fieber oder Schüttelfrost. Betroffene sollten sofort ärztliche Hilfe suchen und auf den Kontakt mit Ostseewasser hinweisen.

Keine umfassende Kontrolle

Nach Angaben des Landesportals Schleswig-Holstein erfasst die reguläre Badegewässerkontrolle Vibrionen nicht umfassend. Das Land meldet derzeit zwar keine bakteriologischen Belastungen. Daraus lässt sich jedoch nicht auf die Vibrionenkonzentration schließen. Die Erreger können auch bei einwandfreier Badegewässerqualität auftreten.

Die Stadt Kiel kontrolliert ihre sechs offiziellen Badestellen von Mitte Mai bis Mitte September alle 14 Tage. Hasselfelde bleibt 2026 wegen Bauarbeiten geschlossen – nicht wegen einer Verunreinigung.