Es ist, als ob der Park eine Fortsetzung des Gastraums ist – oder umgekehrt. Es kommt auf die Perspektive an. Im Zentrum des Rondells, dem das Wirtshaus im Park seinen Spitznamen „Vitrine“ zu verdanken hat, ragt ein Baumstamm hinauf bis unter die Holzdecke. Deren Konstruktion ist weitestgehend hinter den Blättern des Baumes verschwunden. Schaut man über den Raum und durch die Fenster, dann fügt sich das Grün im Saal ganz natürlich in den Park ein. Als wäre es immer schon so gewesen.

Nun also wird nach acht Jahren Leerstand das beliebte Gasthaus an diesem Wochenende (31. Juli 2026) wieder eröffnet. Jung-Wirt Drilon Bajramaj hat gerade sein erstes Helles gezapft. Schräg hat er das Glas an den Zapfhahn gehalten und das Bier ruhig reinlaufen lassen. Bajramaj wird mit einer schönen Schaumkrone und lobenden Worten von Mischa Steigerwald belohnt. Dem Geschäftsführer der Waldbacher Wirtsleut, nach deren Konzept das Gasthaus geführt wird, gebührt das erste Helle.

Bis zum Schluss wird geputzt und geschraubt, die Seiten für die Speisekarten werden auf Bretter gespannt und die Menagen für Salz und Pfeffer aufgefüllt. In der Küche laufen die Vorbereitungen für die ersten Bestellungen, im Service haben die ersten Mitarbeitenden ihre Dienstkleidung angezogen: grüne Westen im Landhausstil zu weißen Hemden und schwarzen Hosen.

Die Gäste nehmen an Holztischen mit heller Tischplatte und auf dunkelbraunen Holzstühlen Platz. Auch bei der Terrassenmöblierung dominiert Holz. Wer will, kann künftig seinen eigenen Bierkrug im Wirtshaus deponieren. Ein Metallregal mit 40 Fächern ist dafür in die Wand zwischen Rondell und Eingang eingelassen.

Auf der Speisekarte stehen herzhafte Speisen wie Obazda, Weißwürste, Rheinischer Wurstsalat, Käsespätzle, Knödel, Schnitzel oder Rostbraten. Zum Dessert wird Kaiserschmarrn angeboten. Auch Kuchen soll es nachmittags geben, den die Konditorei Gingter liefert. Wer nur ein einfaches Feierabend-Bier genießen und etwas Unterhaltung möchte, kann direkt auf einem der Barhocker an der Theke Platz nehmen.