Stand: 30.07.2026 20:26 Uhr

Für einige Stunden war der Transport der neuen Sternbrücke im Hamburger Stadtteil Altona unterbrochen. Um kurz nach 20 Uhr am Donnerstag wurde die Brücke wieder in Bewegung gesetzt.

Die Unterbrechung gab es, weil die Straße wohl noch nicht richtig vorbereitet war. Deshalb sollte die Transport-Crew eine Ruhezeit einlegen, um später für die Fortsetzung des Transports zur Verfügung zu stehen, so Bahn-Projektleiterin Janna Widmaier.

Die 3.700 Tonnen schwere Stahlbrücke sollte am Donnerstag zur Kreuzung an der Stresemannstraße gebracht werden. Zunächst musste die Trasse aus Stahlplatten aber noch einmal überprüft werden. Das koste Zeit und diese gehe auf das Konto der Mitarbeiter der Transportfirma Mammut, die die Tieflader steuern, berichtete NDR 90,3 Reporter Oliver Wutke. Da die Crew bis in die Nacht hineinarbeiten muss, machte sie am Nachmittag eine Pause. Der Einhub ist für Freitagmorgen um etwa 3 Uhr geplant.

Abstand nur 40 Zentimeter

Die Bahn-Tochter InfraGo hatte die Überführung unerwartet um einen Tag vorgezogen. Am Vormittag hatte sich der Stahlkoloss in Bewegung gesetzt, um die rund fünfhundert Meter zum Einbauort an der Kreuzung Stresemannstraße zu rollen.

„Es gibt einige sehr enge Stellen, die wir passieren müssen. Bei Tageslicht ist das etwas übersichtlicher“, sagte Bahn-Projektleiterin Janna Widmaier. „Die engste Stelle ist bei einem Balkon – dort beträgt der Abstand nur 40 Zentimeter. An der engsten Stelle zwischen zwei Gebäuden haben wir einmal 80 und einmal 90 Zentimeter Abstand links und rechts.“

Mittwoch startete der Transport

Die 108 Meter lange und 21 Meter breite Riesenbrücke lastet auf schmalen Fahrgestellen mit mehr als 1.000 Rädern – sogenannten Tausendfüßlern.

Der Transport der neuen Sternbrücke in Hamburg

Die Sternbrücke steht nun auf der Max-Brauer-Allee.

Nach dem Transport wird das Bauwerk auf die vorbereiteten Lager gesetzt. Diese werden schließlich mit Beton vergossen. Wegen der niedrigeren Temperaturen erfolgt das Gießen in der Nacht.

Schaulustige verfolgen den Weg der Sternbrücke

Um 12.13 Uhr setzte sich am Mittwoch der Stahlkoloss seitwärts in Bewegung. Gegen 12.40 Uhr erreichte die Brücke den 40 Meter entfernten Vor-Montage-Ort auf der Max-Brauer-Allee. Viele Schaulustige verfolgten den spektakulären Transport und machten Fotos.

Der Transport der neuen Sternbrücke in Hamburg

Die Sternbrücke liegt auf Fahrgestellen mit insgesamt mehr als 1.000 Rädern.

Nachdem die Brücke auf der Max-Brauer-Alle war wurden die 3.700 Tonnen Stahl auf den Fahrgestellen langsam hydraulisch hochgehoben. Denn die Brücke muss auf die Einbauhöhe von sechs Metern hoch gestemmt werden. Acht Stunden sollte das den Angaben vorab zufolge insgesamt dauern.

Transport ist eine große Herausforderung

Bis zum Wochenende soll die Sternbrücke eingebaut sein. Das sei auch für die ausführende Fachfirma Mammoet aus den Niederlanden eine Herausforderung: „Technisch gesehen ist es schwierig – wir arbeiten schon mehr als ein Jahr daran. Von der Ausführung her ist es ein mittelgroßes Projekt“, sagte Mammoet-Projektmanager Lars de Haas.

Die neue Hamburger Sternbrücke steht kurz vor dem Einbau.

Um kurz nach 20 Uhr hat sich der Stahlkoloss wieder in Bewegung gesetzt. Wir berichten live über den Transport der riesigen Brücke durch Hamburg.

Die Anwohnenden dürfen, anders als zunächst geplant, in ihren Wohnungen bleiben. Die Behörden richten zwar einen Appell an die betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner, ihre Wohnungen für die Dauer der Baumaßnahmen zu verlassen, weil die Rettungswege eingeschränkt sind, es besteht aber keine Pflicht. Wer will, kann sich im Hotel unterbringen lassen.

Nerven bei Anwohnerinnen und Anwohnern liegen blank

Ein Bus, Radfahrer und Autos fahren unter der neuen Sternbrücke durch.

Visualisierung der neuen Sternbrücke von der Max-Brauer-Allee aus in Blickrichtung Südwesten.

Bei manchen Anwohnerinnen und Anwohnern liegen allerdings wegen des Lärms der Presslufthämmer und des vielen Drecks die Nerven blank. Nicht jeder wollte oder konnte ins Hotel ausweichen. „Das war vor allem tagsüber enorm laut – man hat zum Teil im Boden richtige Vibrationen gespürt“, sagte Anwohner Konstantin Leykam NDR Hamburg. Er bleibt jedoch aus reinem Interesse lieber in seiner Wohnung: „Das Ganze möchte ich tatsächlich gerne sehen. Schon aus reiner Neugier möchte ich mir das gerne angucken“, so Leykam.

Bisherige Sternbrücke war 100 Jahre alt

Die alte Sternbrücke stammt aus dem Jahr 1926. Wegen ihres Zustands und der gestiegenen Anforderungen an den modernen Bahnverkehr entschied sich die Deutsche Bahn für einen Neubau. Bis zur aktuellen Sperrung fuhren täglich etwa 900 Regional- und Fernverkehrszüge sowie S-Bahnen über die vier Gleise.

Vogelperspektive: Die neue Sternbrücke.

Das fragen sich die Anwohnenden. Die alte Brücke ist weg – die erste Bewegungs-Probe für die neue Brücke hat schon stattgefunden.

Die neue Sternbrücke aus der Luft betrachtet.

Der Transport zum neuen Wirkungsgebiet der Brücke hat begonnen. Reporter Andreas Hillmer weiß, ob alles nach Plan läuft.

Die vorbereitete neue Sternbrücke (l.) soll die alte (r.) ersetzen.

Am Mittwoch soll die Brücke seitlich auf die Max-Brauer-Allee versetzt werden. Danach wird der etwa 4.000 Tonnen schwere Stahlkoloss rund 500 Meter zum Bahndamm gebracht.

An der Hamburger Kreuzung Max-Brauer-Allee/Stresemannstraße unter der alten Sternbrücke sind derzeit umfangreiche Bauarbeiten als Vorbereitung für den Neubau der Sternbrücke zu sehen.

Die Kreuzung Max-Brauer-Allee / Stresemannstraße ist dicht. Damit Autos nicht Schleichwege durch das Schanzenviertel fahren, wurden Schranken installiert. Doch die führten zu Problemen.

Gedränge am Bahnsteig in Hamburg.

Bis Ende August sind Fern- und Regionalzüge sowie S-Bahnen in Hamburg von Umleitungen und Sperrungen betroffen. Auch im Umland kommt es zu Einschränkungen.