Dem unabhängigen Internetportal „Agentstwo“ zufolge geht es um die schwere Transportdrohne C-80, die das russische Militär zur Versorgung seiner Soldaten an der Front im Ukraine-Krieg nutzt. An der Drohne gibt es scharfe Kritik aus Armeekreisen. Verteidigungsminister Andrej Beloussow sagte bei einem Treffen mit Kremlchef Putin, die Drohne müsse überarbeitet werden. In dem Fall sitzen bereits mehrere hohe Beamte in Untersuchungshaft, unter anderem eine Abteilungsleiterin des russischen Industrieministeriums. Ihr wird Veruntreuung von Staatsgeldern vorgeworfen.

Kustow verfügt nach Einschätzung des US-Magazins „Forbes“ über ein Vermögen von umgerechnet etwa einer Milliarde Euro. Sein Kapital hat er mit dem Lebensmittelkonzern Efko gemacht, der in Russland vor allem für seine Mayonnaise bekannt ist. Details zu seiner Verwicklung in den Drohnenskandal gibt es nicht.

Russland setzt Telegram-Gründer Durow auf Terrorliste

Die oberste russische Finanzaufsichtsbehörde Rosfinmonitoring hat den Gründer des sozialen Netzwerks Telegram, Pawel Durow, auf ihre Liste der Terroristen und Extremisten gesetzt. Der Name des am 10. Oktober 1984 in Leningrad (heute St. Petersburg) geborenen, aber bisher nicht verurteilten Russen taucht nun neben vielen anderen Beschuldigten in der entsprechenden Behördendatei auf – ohne nähere Angaben. Rosfinmonitoring steht in der Kritik, dem Kreml als Instrument politischer Willkür gegen Andersdenkende zu dienen.

urn:newsml:dpa.com:20090101:260224-935-1173858Vergrößern des BildesPawel Durow: Der Telegram-Gründer steht nun auch auf einer russischen Terrorliste. (Quelle: Tatan Syuflana)

Am Vortag hatte der Inlandsgeheimdienst FSB Durow Beihilfe zum Terror vorgeworfen und angekündigt, ihn zur Fahndung ausschreiben zu lassen. Hintergrund sind Vorwürfe, dass Telegram auch von den ukrainischen Geheimdiensten genutzt werde. Konkret soll es um Kontaktanbahnung zu Russen gehen, die wiederum im Auftrag Kiews Sabotageakte, Terroranschläge und andere Straftaten begingen. Laut FSB sind mehrere Verdächtige in Haft, deren Aussagen die Vorwürfe gegen Telegram stützen sollen.

Der extrem populäre Messengerdienst verbreitet massenhaft Inhalte in russischer Sprache – sowohl von offiziellen Stellen als auch von Kremlgegnern. Telegram ist in Russland nicht verboten, aber blockiert, kann allerdings mit einem VPN – einer verschlüsselten Internetverbindung – genutzt werden. Die russischen Behörden hatten Durow immer wieder aufgefordert, für eine Löschung „extremistischer oder terroristischer Inhalte“ zu sorgen. Selbst geäußert zu den neuen Vorwürfen hat sich Durow, der in Dubai lebt und auch die französische Staatsbürgerschaft besitzt, bisher nicht. Auch von Telegram selbst gab es keine Stellungnahme.

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