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Hitze im Norden – zwischen Gesundheitsgefahr und Spaß im Pool (7 Min)

Stand: 30.07.2026 23:36 Uhr

Abkühlung nach dem heißesten Tag der Woche: In Teilen von Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sowie in Hamburg galten bis zum späten Donnerstagabend noch Wetter-Warnungen des DWD vor schweren Gewittern und starken Sturmböen. Umgestürzte Bäume sorgten für Probleme.

Das „Gröbste“ scheint überstanden zu sein. Für Norddeutschland gelten seit etwa 22 Uhr am Donnerstagabend zumindest keine amtlichen Unwetter-Warnungen des Deutschen Wetterdienstes mehr vor Orkanböen oder starken Gewittern.

Dennoch muss noch mit starkem Regen, Gewittern oder stürmischen Böen gerechnet werden – etwa rund um Hannover, entlang der Elbe, in Hamburg, den östlichen Teilen von Schleswig-Holstein sowie in fast ganz Mecklenburg-Vorpommern.

Wind fegt mit Tempo 148 durch Faßberg – umgekippte Bäume in Niedersachsen

Ein Baum ist in Hannover von starken Sturmböen zum Teil entwurzelt worden.

In Hannover und andernorts in Niedersachsen riss der Wind Bäume um.

Im niedersächsischen Faßberg (Landkreis Celle) erfassten die Messgeräte zeitweise Windgeschwindigkeiten von 148 Kilometern pro Stunde – ab Tempo 118 Kilometern ist Orkanstärke erreicht. Dem ARD-Wetterexperten Karsten Schwanke zufolge kommt das im norddeutschen Flachland erfahrungsgemäß nur einmal im Jahrzehnt vor. Nach ersten Erkenntnissen entstanden in Faßberg jedoch keine schweren Schäden: Die Polizei Bergen hatte bis zum frühen Abend von einem umgestürzten Baum erfahren.

Insgesamt zählte das Lagezentrum der Polizeidirektion Lüneburg bis zum Abend etwa 15 bis 20 umgestürzte Bäume im Landkreis Celle. Verletzt wurde offenbar niemand. In Stadt und Region Hannover sowie im Bereich Göttingen verzeichneten Polizei und Feuerwehr ebenfalls umgestürzte Bäume. Verletzte habe es auch dort nicht gegeben. In Celle drohten vom Wind gelockerte Dachziegel auf Straßen und Wege zu fallen.

Auch der Bahnverkehr war betroffen: Infolge des Unwtters fiel ein Baum auf die Gleise bei Ashausen (Landkreis Harburg).

Veranstalter vorbereitet: Maschseefest später, LaGa geschlossen

Mit dem Sturm im Norden sollten ab dem Nachmittag zusätzlich auch starke Hitzegewitter einhergehen. Wegen der Warnung begann das Maschseefest in Hannover später als üblich. Das geplante Konzert von Alvaro Soler am Abend in Hannover wurde sicherheitshalber abgesagt. Die Landesgartenschau (LaGa) in Bad Nenndorf (Landkreis Schaumburg) hatte wegen des erwarteten Unwetters bereits um 15 Uhr geschlossen, wie die Veranstalter auf Instagram mitteilten.

Beim Maschseefest schreiben Drohnen "Viel Spaß beim Maschseefest!" in den Abendhimmel.

Die Veranstalter hatten den Start des Festes wegen der Wetterwarnung am Donnerstag in den Abend verschoben.

Umgestürzte Bäume auch in SH und MV

In Schleswig-Holstein lag der Schwerpunkt der Einsätze für die Freiwilligen Feuerwehren bis zum frühen Abend im Kreis Herzogtum Lauenburg. Die Einsatzkräfte mussten dort bis 20 Uhr etwa 20 Mal ausrücken, weil unter anderem Bäume auf Straßen gestürzt waren, sagte ein Leitstellensprecher dem NDR.

In Mecklenburg-Vorpommern sorgten starker Wind und viel Regen ebenfalls stellenweise für größere Probleme. Umgestürzte Bäume behinderten etwa den Verkehr auf mehreren Straßen. Betroffen waren unter anderem die B191 am Ortsausgang Parchim, die B104 zwischen Rehna und Nesow und die Landstraße zwischen Boldela und Ortkrug. Im Landkreis Rostock zählte die Leitstelle rund 50 Einsätze nördlich der A20, bei denen es ebenfalls überwiegend um umgestürzte Bäume ging. Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte war zwischenzeitlich die Straße zwischen Klein Plasten und Möllenhagen blockiert. Auf der B106 wurde ein Lkw-Fahrer leicht verletzt, als ein Baum auf sein Führerhaus stürzte.

Nach einem unwetterbedingten Unfall auf der B5 ist die Feuerwehr im Einsatz

Der Deutsche Wetterdienst hatte bereits am Donnerstagnachmittag vor Gewitter, Starkregen und Orkanböen in Mecklenburg-Vorpommern gewarnt.

Sturm und Unwetter: Das rät der Wetterexperte

Um sich gegen Unwetter zu wappnen, rät ARD-Wetterexperte Tim Staeger, alle Gegenstände hereinzuholen, die umherfliegen könnten. Was draußen bleiben muss, sollte möglichst festgebunden werden. Auch sei ratsam: Wetterprognosen und auch den Himmel im Blick behalten. Sollte jemand doch bei einem Spaziergang in der Natur von Gewitter überrascht werden: „Auf keinen Fall unter Bäume flüchten, sondern auf freiem Feld in die Hocke gehen“, sagt Staeger.

Auch im Auto sei man dank des faradayschen Käfigs sicher – aber: keine Metallteile berühren, warnt der Wetterexperte. Informationen und Ansprechpartner rund um extremes Wetter und Notlagen hat das Land Niedersachsen auf einer Website, dem „Notfall-Monitor„, gebündelt.

Was folgt am Freitag? Weiter Gewitter möglich

Noch bis in den Freitagabend hinein sollen Gewitter in Niedersachsen möglich sein. Nach einer kurzen Pause in der Nacht steigt die Unwettergefahr im Verlauf des Tages den Prognosen zufolge deutlich – erneut seien Hagel, Sturmböen und Starkregen möglich.

Im Gegensatz zu Donnerstag soll es aber weniger Wind und weniger Hitze geben: So werden etwa im Raum Göttingen am Freitag voraussichtlich maximal 30 Grad erreicht. Die Unwettergefahr halte teils bis in die Nacht zu Samstag an, so der DWD.

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Das Wetter für Niedersachsen (2 Min)

Ab wann wird von einer Hitzewelle gesprochen?

Von einer Hitzewelle wird gesprochen, wenn an drei Tagen in Folge an einer Wetterstation die Höchsttemperatur 30 Grad übersteigt. „Das ist zwar kein naturwissenschaftlich fest umrissener Begriff“, aber darauf habe man sich geeinigt, sagt Tim Staeger vom ARD-Wetterkompetenzzentrum.

Nach einem unwetterbedingten Unfall auf der B5 ist die Feuerwehr im Einsatz

Der Deutsche Wetterdienst hatte bereits am Donnerstagnachmittag vor Gewitter, Starkregen und Orkanböen in Mecklenburg-Vorpommern gewarnt.

Eine Frau mit einer Flasche Wasser steht in der heißen Sonne.

Gegenüber dem Vorjahr ist das ein deutlicher Anstieg. Das Land liegt bundesweit aber dennoch unter dem Durchschnitt.

Eine Gießkanne wird mit Wasser gefüllt.

Aufgrund der hohen Temperaturen ist in einigen Kommunen die Entnahme von Trinkwasser beschränkt – etwa zum Rasensprengen.

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Das Wetter für Niedersachsen (2 Min)

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