Sberbank befürchtet Kreditausfälle nach ukrainischen Angriffen auf Online-Händler
Russlands größtes Kreditinstitut Sberbank erwägt wegen der ukrainischen Drohnenangriffe auf Lagerhäuser des Online-Handelsriesen Wildberries eine höhere Risikovorsorge. Die Bonität von Online-Händlern und deren Lieferanten habe sich nach den Attacken verschlechtert, teilte die Bank am Mittwoch mit. Rund 300 Unternehmen hätten bereits eine Umschuldung ihrer Kredite beantragt. „Deren finanzielle Lage und der künftige Cashflow haben sich natürlich verschlechtert“, sagte Finanzvorstand Taras Skworzow in einer Telefonkonferenz mit Analysten. „Ziehen wir eine Erhöhung der Rückstellungen in Betracht? Ja, das tun wir.“ Eine Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen.
Für Händler auf der Wildberries-Plattform, die von den Angriffen betroffen sind, hat die Sberbank ein Umschuldungsprogramm aufgelegt. Skworzow zufolge geht die Bank davon aus, dass Wildberries und seine Kunden über eine ausreichende Finanzkraft verfügen, um die Störungen zu überwinden. Die Sberbank vergibt Kredite sowohl an Wildberries als auch an den Konkurrenten Ozon, dessen Standorte nicht von der Ukraine angegriffen wurde. Die ukrainischen Drohnenangriffe hatten mindestens sieben Lagerhäuser von Wildberries, das als russisches Pendant zu Amazon gilt, beschädigt und rund zehn Prozent der Lagerkapazität des Unternehmens zerstört. Dies führte zu Betriebsstörungen und Verlusten für Zehntausende kleiner Unternehmen, die ihre Waren über die Online-Plattform verkaufen.