Finanzen in Stuttgart
Stuttgart meldet Rekorddefizit – Bürgermeister schlägt Alarm
31.07.2026 – 07:43 UhrLesedauer: 2 Min.
Stuttgarter Rathaus mit Marktplatz (Archivbild): Die Finanzlage ist kritisch. (Quelle: IMAGO/Arnulf Hettrich)
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Die Landeshauptstadt schließt 2025 mit dem höchsten Minus ihrer Geschichte ab. Die Folgen könnten drastisch sein.
Die Stadt Stuttgart hat im Jahresabschluss 2025 ein Defizit von 711,7 Millionen Euro verzeichnet. Es ist das höchste Minus in der Geschichte der Landeshauptstadt. Der Gemeinderat beschloss den Abschluss am Donnerstag.
Bürgermeister Thomas Fuhrmann betonte die großen finanziellen Herausforderungen der Stadt, sagte aber auch: “ Unser Ziel bleibt, den städtischen Haushalt Schritt für Schritt wieder strukturell ins Gleichgewicht zu bringen und die notwendigen Investitionen in Schulen, Kitas, Mobilität, Klimaschutz und die städtische Infrastruktur verantwortungsvoll zu sichern.“
Das sind die Probleme der Stadt Stuttgart
Im Vergleich zum Vorjahr fiel das Ergebnis um rund 700 Millionen Euro schlechter aus. Nach besonders hohen Gewerbesteuer-Einnahmen in den Jahren 2022 und 2023 brachen die Nettoerträge 2025 deutlich ein und lagen bei 732 Millionen Euro.
Zugleich belasteten weiter steigende Ausgaben den Haushalt: Nach Angaben der Stadt erhöhten sich die ordentlichen Aufwendungen seit 2021 um rund 1,2 Milliarden Euro, das entspricht etwa 34 Prozent. Als Treiber nennt die Verwaltung vor allem höhere Personal-, Sozial- und Sachaufwendungen.
„Bund und Land müssen ihren Beitrag leisten“
Fuhrmann forderte weitere Sparmaßnahmen. „Die angespannte Haushaltslage macht die weitere Konsolidierung notwendig. Gleichzeitig brauchen die Kommunen eine bessere Finanzausstattung. Bund und Land müssen ihren Beitrag leisten“, sagte der Bürgermeister.
Die Stadt konnte ihre laufenden Ausgaben im zweiten Jahr in Folge nicht aus eigenen Erträgen decken. Eigene Mittel für Investitionen erwirtschaftet sie derzeit nicht. Die vorgesehene Kreditermächtigung von 649 Millionen Euro musste bislang nicht genutzt werden.
Investitionen wurden langsamer umgesetzt als geplant. Für 2026 rechnet die Verwaltung mit einer weiteren Verschlechterung um 22,5 Millionen Euro. Der Zahlungsmittelfehlbetrag werde voraussichtlich auf 614,5 Millionen Euro steigen.
