Heimtückischer Mord in Frankfurter Hotel?
Urteil fällt: Mann soll Ehefrau aus 22. Stock gestoßen haben
31.07.2026 – 07:43 UhrLesedauer: 2 Min.
Justitia mit Waage und Schwert im Gerechtigkeitsbrunnen auf dem Römerberg (Archivbild): Der Angeklagte äußerte sich im Prozess nicht zu den Vorwürfen. (Quelle: Imago/Jan Huebner)
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Die Frankfurter Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft wegen Mordes, die Verteidigung einen Freispruch: Nach fast vier Monaten Prozess fällt nun das Urteil.
Das Landgericht Frankfurt will an diesem Freitag (10 Uhr) das Urteil gegen einen 60 Jahre alten Deutsch-Briten verkünden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, seine Ehefrau im Mai 2023 aus dem 22. Stock eines Frankfurter Hotels gestoßen und damit heimtückisch ermordet zu haben. Nach Auffassung der Anklage wollte der Mann mit seiner mehr als 20 Jahre jüngeren Geliebten zusammenleben und sich zugleich die finanziellen Folgen einer Scheidung ersparen.
Die Staatsanwältin forderte deshalb eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes. Die Verteidigung plädierte dagegen auf Freispruch und verwies auf aus ihrer Sicht bestehende Zweifel an der Schuld des Angeklagten. Der 60-Jährige äußerte sich während des fast vier Monate dauernden Prozesses nicht.
Ehemann spricht von einem Unfall
Das Ehepaar war elf Jahre verheiratet und lebte mit den beiden gemeinsamen Kindern in einem Einfamilienhaus in Rodgau im Landkreis Offenbach. Weil eine Trennung den Mann finanziell ruiniert hätte, soll er den Entschluss gefasst haben, seine Frau zu töten.
Den Ermittlungen zufolge buchte der Angeklagte dafür ein Hotelzimmer im 22. Stock eines Frankfurter Hotels. Dort soll er seine alkoholisierte 40 Jahre alte Ehefrau am Abend des Vatertags im Mai 2023 über das Balkongeländer gestoßen haben. Die Frau stürzte 61 Meter in die Tiefe und war sofort tot.
Der Angeklagte erklärte, es habe sich um einen Unfall gehandelt. Nach dem Tod seiner Frau soll er mit seiner neuen Partnerin und den Kindern ein gemeinsames Leben begonnen sowie über eine Spendenkampagne auf GoFundMe mehr als 10.000 Euro eingenommen haben. Nach Ermittlungen der Polizei wurde der Mann im April 2025 festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft.
