Bis zu einem gemeinsamen Gewerbegebiet der Städte Wuppertal und Sprockhövel ist es noch ein längerer Weg, aber eine wichtige Weichenstellung dafür wurde nun bereits vorgenommen.

Ökologie und Verkehr im Blick

Der Sprockhöveler Rat hat einstimmig beschlossen, dass die Abstimmungsgespräche mit der Stadt Wuppertal und dem Regionalverband Ruhr fortgesetzt und notwendige Prüfungen unternommen werden, was etwa die ökologischen und verkehrlichen Auswirkungen auf die Fläche an der Sprockhöveler Schmiedestraße betrifft. Denn dort, über die Sprockhöveler Seite nahe der A 46 und dem Autobahnkreuz-Nord soll das angedachte Gewerbeareal später verkehrstechnisch erschlossen und zugänglich gemacht werden, wie der Wuppertaler Stadtplaner Sven Macdonald auf WZ-Nachfrage erläutert. „Die Erschließung würde über die Wuppertaler Seite nicht gut funktionieren. Über die Sprockhöveler Seite haben wir später aber eine gute Verkehrsanbindung.“ Das Ganze befinde sich allerdings noch in einem sehr frühen Stadium. „Und es ist nicht nur ein interkommunales Projekt – es sind auch zwei unterschiedliche Regionalplanungsbehörden beteiligt“, weiß Macdonald. Demnach muss die Fläche von gut 153 Hektar Größe erst einmal quasi auf höherer Ebene als Siedlungsfläche ausgewiesen werden: nämlich auf Sprockhöveler Seite im Regionalplan Ruhr sowie im Regionalplan Düsseldorf auf Wuppertaler Seite.

Noch nicht im Besitz der Städte

Bislang sind beide Teilflächen größtenteils jeweils als Freiraum- und Agrarbereich festgesetzt und befinden sich in Privatbesitz. Aber was die Verkaufsbereitschaft der Eigentümer angeht, soll es bereits positive Signale geben. „Die Fläche Schmiedestraße ist eine der gewerblichen Potenzialflächen, die der Wuppertaler Rat im ,Handlungsprogramm Gewerbeflächen – Neue Potenzialflächen“ im Jahr 2024 beschlossen hat“, präzisiert Sven Macdonald. Erst einmal ist von Flächenreserven die Rede, aber Wuppertaler und Sprockhöveler haben sich freilich schon Gedanken gemacht, welche Art Unternehmen sie sich später einmal in einem interkommunalen Gewerbegebiet vorstellen können. Ein großer Logistikstandort dürfte demnach eher nicht daraus werden. Die Gedanken gehen eher in Richtung mittelständischer Unternehmen, von denen das ein oder andere vielleicht auch schon ansässig ist und sich erweitern möchte. „Darüber wird es im weiteren Verfahren einen Austausch mit Sprockhövel geben. Die Vorstellungen der beiden Kommunen gehen in eine ähnliche Richtung“, so Stadtentwickler Macdonald. Selbstverständlich haben sich beide Seiten auch schon Gedanken gemacht, wie sich das gemeinsame Gewerbegebiet monetarisieren lässt. Die Rede ist von der Gewerbesteuer, die später einmal über die ansässigen Firmen generiert werden soll. „Es soll eine gemeinsame Entwicklung stattfinden, bei der Aufwand und Ertrag zwischen den Kommunen aufgeteilt werden. Aber es gibt dazu noch keine finale Regelung, weil das auch noch viel zu früh ist“, sagt Sven Macdonald. Vor Beginn der 2030-Jahre sei voraussichtlich nicht damit zu rechnen, dass sich Unternehmen in dem interkommunalen Gewerbegebiet niederlassen können.