Minimalismus à la Mumbai: Diese 93-Quadratmeter-Wohnung gestaltete Khadija Abizer mit Stein, Holz und Cremetönen um – für eine Atmosphäre voller Ruhe und Wärme.

„Dort, wo meine Familie in Sidhpur herkommt“, sagt Khadija Abizer von Stu.ko, während sie im Wohnzimmer ihres jüngsten Projekts in Malabar Hill steht, „tragen Häuser oft die Handschrift ihrer Erbauer:innen – Initialen, die in Fensterscheiben eingeritzt wurden, oder auch das Fertigstellungsjahr, das gerne in Eingangstore eingearbeitet wird.“ Diese kleinen Details, die von den meisten kaum bemerkt werden, bewahren die Erinnerung an jene Personen, die sie errichtet haben – stille Spuren der Geschichte, die fest im Alltag verankert sind.

Wohnung in Indien Renovierung große Holztür

Im Eingangsbereich sind die Fußabdrücke der Enkelkinder in Kadappa-Stein (ein indischer Naturstein) eingearbeitet – sie markieren den Beginn eines neuen Kapitels für die Familie.

Kuber ShahWohnung in Indien Renovierung Trennwand mit Kunstwerk

Eine schräge Trennwand schirmt das Innere des Apartments vom Eingangsbereich ab und schafft so Privatsphäre sowie eine klare räumliche Gliederung.

Kuber Shah

„Was sich mir eingeprägt hat, war nicht die Verzierung an sich, sondern die Vorstellung, dass Architektur die Erinnerung an einen bestimmten Moment und an die Menschen dahinter bewahren kann“, sagt Abizer, die das in Mumbai ansässige Architektur- und Designbüro Stu.ko gegründet hat. „Selbst Jahrzehnte später lässt sich noch erkennen, wer etwas geschaffen hat und welche Werte diese Person vertreten hat.“

Die perfekte Balance

Diese Idee prägt bis heute alle Entwürfe der Architektin – so auch eines ihrer jüngsten Projekte, die Renovierung einer rund 93 Quadratmeter großen Wohnung in Malabar Hill, einem der grünsten und ruhigsten Wohnviertel Mumbais. Die Auftraggeber:innen – eine herzliche, gesellige Familie, die gerne Gäste hat – begeisterten sich für die minimalistische und zugleich präzise Handschrift von Stu.ko. „Es gab keine konkreten gestalterischen Vorgaben“, erklärt die Architektin. „Im Mittelpunkt stand vielmehr ein gewisses Wohngefühl.“ Die Familie sehnte sich nach einem Zuhause, das gleichermaßen Raum für lebhafte Zusammenkünfte wie für ruhige Abende bietet.