Gianni Infantino

Stand: 01.08.2026 • 03:02 Uhr

Mit seinen Plänen, WM-Anteile an Investoren zu verkaufen, hatte FIFA-Chef Infantino Empörung ausgelöst. In der Nacht teilte der Fußball-Weltverband mit, das Vorhaben werde nicht weiterverfolgt. Auch innerhalb der FIFA hatte es Kritik gegeben.

Der Fußball-Weltverband FIFA gibt seine Investorenpläne auf. Der Vorschlag werde nicht weiter verfolgt, erklärte Verbandspräsident Gianni Infantino in einer in der Nacht veröffentlichten Stellungnahme.

Infantino beugte sich damit dem Druck, der in den vergangenen Tagen immer größer geworden war. „Nachdem wir uns alle Standpunkte aufmerksam angehört haben, ist deutlich geworden, dass das Projekt zu Spaltungen geführt hat, die – unabhängig vom Ausmaß der Unterstützung – nicht mehr im Interesse des ursprünglich angestrebten Ziels liegen“, begründete Infantino seine abrupte Kehrtwende.

UEFA hatte mit WM-Boykott gedroht

Der umstrittene FIFA-Chef hatte einen milliardenschweren Verkauf von Anteilen an den Fußball-Weltmeisterschaften an Investoren angestrebt. Mit dem Verkauf von rund 20 Prozent der Anteile sollten bis zu 4,2 Milliarden US-Dollar (3,6 Milliarden Euro) eingenommen werden. Für die Umsetzung wollte die FIFA das Tochterunternehmen FIFA Forward Enterprise (FFE) gründen. Laut Berichten hatte der Weltverband eine Frist für die Zustimmung zum geplanten Investorendeal bis zum 19. September gesetzt und versprach im Gegenzug eine Sonderzahlung.

Die Fußballverbände in Europa (UEFA), Asien (AFC) und für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik (CONCACAF) hatten sich allerdings klar dagegen ausgesprochen. Damit war es für Infantino ziemlich aussichtslos geworden, eine Mehrheit für seine Pläne unter den weltweit 211 Mitgliedsverbänden der FIFA zu bekommen. Die UEFA hatte sogar mit einem WM-Boykott gedroht. „Keine Nationalmannschaften aus der UEFA werden an irgendeinem FIFA-Wettbewerb teilnehmen, solange diese Vorschläge weiterbestehen“, teilte die UEFA nach einem Dringlichkeitstreffen am Donnerstag mit.

„Projekt einer einzigen Person“

Zudem bröckelte auch innerhalb der FIFA die Unterstützung für Infantino. Carlos Cordeiro, ein hochrangiger Berater Infantinos, trat aus Protest gegen das Vorhaben zurück. Dabei wählte er drastische Worte: „Als leitender Berater des FIFA-Präsidenten, früherer Banker und lebenslanger Fußball-Fan kann ich nicht tatenlos zusehen, wie die FIFA den Verkauf einer Beteiligung an der Weltmeisterschaft in Erwägung zieht“, schrieb der Topfunktionär auf der Plattform LinkedIn. „Es ist ein schlechtes Geschäft für die FIFA-Mitgliedsverbände, ein schlechtes Geschäft für den Fußball und ein schlechtes Geschäft für die langfristige Zukunft dieses Sports.“

Der operative Geschäftsführer der FIFA, Kevin Lamour, sagte, die Mitarbeiter des Fußball-Weltverbands seien von Infantino getäuscht worden. Er beschrieb den Vorschlag als „Projekt einer einzigen Person“.