Die Hitze ist noch einmal zurückgekehrt, auch wenn offenbar nicht mehr die Höchsttemperaturen vom Juni erreicht werden. Eine besondere Belastung stellt allerdings zunehmend die Trockenheit dar, unter der Flora und Fauna arg zu leiden haben und die auch für die Menschen mit Einschränkungen verbunden sein kann.

„2026 ist deutlich zu trocken“, stellt Susanne Fischer als Sprecherin des Wupperverbands gleich klar. Nur im Februar und im Mai habe es auskömmlichen Regen gegeben. „Seit Ende 2025 hält die Trockenheit schon an. Nun ist der Juli schon vorüber und es hat kaum geregnet“, sagt Fischer. Ein paar Tage mit einigen Schauern wie zuletzt könnten das nicht ausgleichen. Sie reichen nicht, um Wasser tiefer in die Erde dringen zu lassen. Beim Betrieb der Talsperren sieht sich der Wupperverband aber noch keinen akuten Schwierigkeiten ausgesetzt.

Aufgrund der länger andauernden Trockenheit und der geringen Niederschläge hatten der Eigenbetrieb Wasser und Abwasser Wuppertal (WAW), die Energie & Wasser AG der Wuppertaler Stadtwerke (WSW) sowie der Wupperverband bereits im Mai darauf hingewiesen, dass der Füllstand der für die Region wichtigen Großen Dhünn-Talsperre unter dem Füllstand liege, der für diese Jahreszeit üblich ist. Sie baten um einen bewussten und sorgsamen Umgang mit dem Trinkwasser. Auch sie sagen: „Die Situation besteht unverändert fort, da die insgesamt unterdurchschnittlichen Niederschläge des letzten Quartals durch die Vegetationsphase der Pflanzen und Bäume kaum in den Bächen, der Wupper und den Talsperren ankommen konnten. Dennoch bestehe zum aktuellen Zeitpunkt noch keine Notwendigkeit einer behördlichen Verordnung, die Trinkwasserentnahme in Wuppertal zu beschränken (Wasserverbrauchssperre).

In anderen NRW-Kommunen hat es das jüngst gegeben, das Wässern von Rasen oder Auffüllen von Pools war zeitweise verboten. Die Wuppertaler Wasserversorger erklären aber: „Da Wuppertal durch seine drei Standbeine der Trinkwasserversorgung (Große Dhünn-Talsperre, Kerspe- und Herbringhauser Talsperre sowie Rheinuferfiltrat) gut aufgestellt ist, ist aus heutiger Sicht eine Wasserverbrauchssperre derzeit nicht angezeigt.“ Dennoch sei es wichtig, sorgsam mit Trinkwasser umzugehen. Jeder könne mit dazu beitragen, die Wasservorräte zu schonen, indem man unnötigem Wasserverbrauch im Haushalt vermeidet, die Wassersparfunktionen an Armaturen und Geräten nutzt, und das Gießen des Gartens möglichst in den Morgen- oder Abendstunden sowie sparsam und bedarfsgerecht erledigt.

Die NRW-Landesregierung mahnt aufgrund der Trockenheit und angesichts weiterer Tage mit hoher Hitze das Risiko für Waldbrände an: Seit Mittwoch gilt landesweit die Waldbrandgefahrenstufe 3 (erhöhte Gefahr), in einigen Regionen sogar Stufe 4 (hohe Gefahr), etwa im waldreichen Südwesten Nordrhein-Westfalens, aber auch am Niederrhein sowie im Südosten. Forstministerin Silke Gorißen: „Die meisten Waldbrände werden durch Menschen verursacht. Bitte beachten Sie daher zum Schutz der Wälder, dass Rauchen, Grillen und offenes Feuer im Wald streng verboten sind. Bitte nur auf befestigten Flächen parken, damit heiße Katalysatoren der Autos keine Vegetation in Brand setzen.“ Innenminister Herbert Reul ergänzt: „Wer im Wald Rauch oder Feuer bemerkt, muss sofort die 112 wählen. Die Zufahrten und Waldwege sind freizuhalten, um die Einsatzkräfte der Feuerwehren so schnell wie möglich dort hinzubringen, wo sie dringend benötigt werden. Nur wenn alle mithelfen, können unsere Feuerwehrleute Brände frühzeitig eindämmen und größeren Schaden verhindern.“ Umweltminister Oliver Krischer erklärt: „Die Natur steht unter Trockenstress. Pflanzen und Tiere leiden, und jeder Brand verschärft die Schäden an unseren ohnehin beanspruchten Lebensräumen. In dieser Woche steigt mit jedem Tag die Gefahr von Gras- und Waldbränden. Deshalb müssen wir alle gemeinsam aufpassen. Jeder verhinderte Brand schützt die Natur, die Einsatzkräfte und die Menschen, die in den betroffenen Regionen leben.“

Wuppertaler Brandbekämpfer

Wie Tobias Pack seitens der Feuerwehr erklärt, sei die Anzahl an Wald- und Flächenbränden nicht gestiegen: „Grundsätzlich muss man sagen, dass es natürlich schon immer diese Trockenphasen gab. Die Einsatzzahlen sind dementsprechend auch relativ konstant. Für 2026 sind es bisher 14 gemeldete Wald- und Wiesenbrände gewesen.“

Auch im Rettungsdienst gehen Einsätze auf diese Phasen zurück. „Lange Hitzeperioden ohne große Abkühlung in den Nachtstunden, wie zuletzt im Juni, verursachen eine große Anzahl an sogenannten Hitzeerkrankungen“, wie Pack erklärt.

In Bezug auf Wald- und Flächenbrände haben sich auch Übungsinhalte angepasst: „Seit mehreren Jahren gibt es Absprachen mit den Forstbetrieben, die für die Wuppertaler Wälder zuständig sind.“ Übungsdienste zur sogenannten „Vegetationsbrandbekämpfung“ finden regelmäßig vor der warmen Jahreszeit statt. „In unsere Konzepte sind auch internationale Erfahrungen mit eingeflossen. Trainiert werden die Taktik und die technische Umsetzung“, sagt Pack.

Gerade erst hat die Stadt Wuppertal die neue Karte „Kühle Orte“ digital verfügbar gemacht. Wer an heißen Tagen Abkühlung sucht, wird dort fündig und erhält auch gebündelte Informationen über die Standorte der öffentlichen Trinkwasserbrunnen und Toilettenanlagen im Stadtgebiet. Die Karte findet man online unter