Wenn es warm wird, zieht es die Menschen ans Wasser. Nordrhein-Westfalen hat nicht nur viele Badeseen, sondern auch eine vielfältige Flusslandschaft. Das Schwimmen in Lippe, Ruhr, Sieg, Wupper, Ems, Rhein, Lenne, Weser, Erft und Ruhr ist nur an offiziell ausgewiesenen Badestellen erlaubt. Die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) rät vom Baden in fließendem Gewässer ab, weil es gerade in den großen Flüssen zu gefährlich ist.

Sehr beliebt sind im Sommer die Ruhrwiesen in Linden-Dahlhausen in Bochum. Die Badestelle erstreckt sich über eine Uferlänge von rund 200 Metern und reicht etwa 20 Meter in die Ruhr hinein. Durch Bojen auf der Wasserfläche ist der Badebereich sowohl für Schwimmer als auch Wassersportler deutlich sichtbar. Die Stadt Bochum weist aber darauf hin: „Es gibt keine Wasseraufsicht vor Ort, das Baden erfolgt auf eigene Gefahr und ist nur für Schwimmerinnen und Schwimmer geeignet. Es gibt keinen Bereich für Nichtschwimmerinnen und Nichtschwimmer!“ Es gibt eine „Badeampel“, die anzeigt, ob Schwimmen aktuell erlaubt oder verboten ist. Auf der Seite der Stadt Bochum kann man sehen, ob die Ampel auf Rot oder Grün steht. Achtung: An der Badestelle gibt es keine Parkmöglichkeiten. Zu erreichen ist sie mit der Straßenbahn Linie 318, Haltestelle Bochum-Dahlhausen oder mit den Buslinien 345, 355, 359.

Auch die Fluss-Schwimmstelle in Mülheim an der Ruhr ist am besten mit dem Bus (Linie 151, Haltestelle Mendener Brücke) oder mit dem Fahrrad zu erreichen. Sie erstreckt sich über eine Länge von 45 Meter und reicht zehn Meter in die Ruhr hinein. Der Schwimmbereich ist durch eine Bojenkette abgetrennt. Zwischen der Wasserfläche der Schwimmstelle und der Schifffahrtsrinne liegt ein Mindestabstand von zehn Metern. Es gibt während der Ferien eine Wasseraufsicht bei schönem Wetter zwischen 10 und 20 Uhr.

Im Rhein-Sieg-Kreis gibt es mehrere Badestellen, zum Beispiel die zwischen einer Eisenbahn- und einer schmalen Autobrücke gelegene Stelle oberhalb des Schladerner Wasserfalls. Mit einer Breite von 84 Metern ist es der größte Wasserfall in Nordrhein-Westfalen und eines der schönsten Naturschauspiele in Windeck. Der Siegwasserfall liegt am Mäanderweg und nur wenige Gehminuten vom Bahnhof Schladern entfernt.

Weniger zum Schwimmen, aber zum Abkühlen eignet sich der Bereich an der Siegfähre in Troisdorf-Bergheim mit schönem Sandstrand. Hier gibt es ein beliebtes Ausflugslokal. Auch am Buisdorfer Wehr, von Siegburg aus zu erreichen über die Wahnbachtalstraße, gibt es viele freie Flächen am Ufer, wo man einen entspannten Sommertag verbringen kann.

So schön manche Stellen am Ufer des Rheins auch sein mögen: Wasserschutzpolizei und DLRG warnen vor dem Baden im Rhein. In ganz Düsseldorf ist das Baden seit August 2025 sogar offiziell verboten. Vor allem durch die Berufsschifffahrt gibt es unberechenbare Strömungs- und Sogverhältnisse, bei denen selbst gute Schwimmer kaum eine Chance haben, sich über Wasser zu halten. Für Kinder kann schon das Planschen in Ufernähe lebensgefährlich werden.

Der Paradiesstrand in Düsseldorf am Hafen, Bremer Straße, ist trotzdem eine Empfehlung wert: Fernab vom Trubel der Innenstadt findet sich hier auch an Wochenenden ein schönes Plätzchen, von wo aus man den Sonnenuntergang beobachten kann. Auch in Köln zieht es vor allem in Rodenkirchen viele Menschen zum Rhein. An der „kölschen Riviera“ gibt es dort feinsten Sandstrand und eine Liegewiese. Zum Schwimmen sollten sich Familien aber lieber einen sicheren Ort wie ein Freibad oder einen bewachten Badesee aussuchen. Zum Buddeln im Sand eignet sich aber auch das Rheinufer bei Köln-Langel, wo es fast aussieht wie auf Sylt. Auch für Hunde ist das ein wahres Paradies. Für Menschen gilt: Abkühlung ja, aber bitte nur die Füße.

Über rund 117 Kilometer fließt die Niers von Kuckum in Erkelenz bis zur Mündung in die Maas in den Niederlanden. Besonders schön ist die Niers rund um Wachtendonk am nördlichen Niederrhein. Dort starten zwei Rundwanderwege, die entlang von Niers und Nette und ihrem Zusammenfluss führen. Die Erlebnispfade Kulturlandschaft Nord und Süd beginnen beide an der Burgruine Wachtendonk. Entlang des Wegs gibt es mehrere schöne Orte für ein Picknick am Fluss.

Ein idyllischer Platz zum Erholen und Picknicken ist das Rheinufer bei Zons in Dormagen. Am Deich gibt es gleich mehrere Stellen, wo man Ruhe findet. Wer danach mit der Fähre über den Rhein schippert, landet im größten Naturschutzgebiet Düsseldorfs, der Urdenbacher Kämpe. Auwälder und Feuchtwiesen prägen die Landschaft bei Monheim – und mehr als 1000 Birnen- und Apfelbäume.