Doch von Platner ist mittlerweile keine Rede mehr: Anfang Juli gab er das Ende seiner Kampagne bekannt, nachdem unter anderem Vergewaltigungsvorwürfe gegen ihn laut wurden. Drei Monate vor der Wahl mussten die Demokraten jetzt kurzerhand einen neuen Kandidaten aufstellen: Troy Jackson wird gegen Susan Collins antreten. Anders als Platner kann er eine lange Karriere als Politiker in Maine vorweisen.

Seit 1997 im Amt

Die Demokraten haben sich schon mehrmals Hoffnung auf Collins‘ Sitz gemacht. Das ist auch diesmal so, weil der Bundesstaat bei der Präsidentschaftswahl 2024 klar für Trumps Gegnerin Kamala Harris gestimmt hatte. Dennoch scheiterten die Demokraten in den vergangenen Jahren mehrfach an der 73-Jährigen. Die Republikanerin ist seit 1997 Senatorin von Maine und gilt auch unter unentschlossenen Wählern oder bei moderaten Demokraten als wählbar.

Eine engere Verbindung zu Trump besitzt Collins nicht. 2021 hatte sie etwa als eine der wenigen Republikaner für ein Amtsenthebungsverfahren von Trump wegen des Sturms auf das Kapitol gestimmt. Die Umfragen prognostizieren aktuell ein offenes Rennen in Maine. Ein weiterer Sieg von Collins wäre wichtig, um die Mehrheit der Republikaner im Senat zu sichern.

Josh Shapiro, Gouverneur von Pennsylvania

imago images 0853120718Vergrößern des BildesJosh Shapiro: Kandidiert der Gouverneur von Pennsylvania als nächstes für das Amt des Präsidenten? (Quelle: Nancy Kaszerman/imago)

Der 53-jährige Demokrat kandidiert zwar nicht für den Kongress, steht aber im November trotzdem auf dem Wahlzettel. Shapiro möchte in Pennsylvania erneut zum Gouverneur gewählt werden. Shapiro war erstmals bei der Wahl 2022 erfolgreich.

Auch außerhalb seines Bundesstaats ist Shapiro ein bekanntes Gesicht. Im Präsidentschaftswahlkampf 2024 galt er lange als Favorit für den Posten des Vizepräsidenten von Kamala Harris. Am Ende fiel Harris‘ Wahl dann aber überraschend auf Tim Walz.

Nach Sieg nächste Kandidatur?

Die Wiederwahl von Shapiro ist aus zwei Gründen von Bedeutung. Pennsylvania war bei der vergangenen Präsidentschaftswahl der Swing State, in dem es die meisten Wahlleute zu gewinnen gab – und die Republikaner hatten dort auf ganzer Linie triumphiert: Trump gewann den Staat, dazu gingen ein Posten im Senat und zwei Sitze im Repräsentantenhaus an die Republikaner.

Sollte Shapiro gewinnen, wäre es ein starkes Indiz für die Demokraten, dass sich unter unentschiedenen Wählern die Stimmung gegen Trump und dessen Partei gedreht haben könnte. Für Shapiro wäre es aber auch persönlich von großer Bedeutung: Dem Gouverneur werden mittlerweile selbst Ambitionen nachgesagt, bei der kommenden Präsidentschaftswahl anzutreten. Der Sieg in einem Swing State könnte die beste Eigenwerbung sein.