Das Jahr 1961 zeichnet sich durch einen außergewöhnlich heißen und trockenen Spätsommer aus, mit Temperaturen an vielen Tagen über 36 Grad. Die extrem hohen Temperaturen im September dieses Jahres, die auf wochenlanges kühles und regnerisches Wetter folgen, führen sogar zu einer Verlängerung der Freibadsaison in Karlsruhe. Außerdem wird die Natur „verwirrt“, und im Herbst blühen Erdbeeren und Birnen sogar ein zweites Mal in diesem Jahr.

Hitzewelle in Karlsruhe 2026. (Archivbild)

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Hitzewelle in Karlsruhe 2026. (Archivbild)
Foto: Thomas Riedel

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Hitzewelle in Karlsruhe 2026. (Archivbild)
Foto: Thomas Riedel

Im Juni fängt die Hitzewelle an

Bereits im Juni werden europaweit Rekordhitzeperioden gemeldet, und die Temperaturen in Baden-Württemberg steigen stellenweise auf 30 Grad an. Anfang Juli werden noch Temperaturen von 34 Grad im Schatten gemeldet und die Umsätze an den Getränkebuden erreichen astronomische Höhen. Insgesamt besuchen 54.649 Karlsruher am ersten Wochenende im Juli die Freibäder und zudem gehen Tausende von Menschen an die Baggerseen rund um Karlsruhe.

Schwankende Temperaturen im Juli und August

Das heiße Wetter hält bis Mitte Juli an, wobei die Temperaturen am 13. des Monats noch 33 Grad erreichen, aber dann kühlt es schlagartig ab und es kommt zu Wind und Regen. In der zweiten Julihälfte schwanken die Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad. In Baden-Württemberg wird eine gute Ernte an Roggen und Weizen erwartet, sowie an Zucker- und Futterrüben, wobei die Aussichten bei Gersten jedoch weniger günstig sind, da sie unter dem kalten, nassen Wetter gelitten haben.

Hitzewelle in Karlsruhe 2026. (Archivbild)

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Foto: Thomas Riedel

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Hitzewelle in Karlsruhe 2026. (Archivbild)
Foto: Thomas Riedel

Im August sinken die Temperaturen in Karlsruhe teilweise unter 20 Grad und es ist oft nass. Es war ein kurzer, aber heißer Sommer, nun steht der Herbst vor der Tür, denken die Menschen. Aber dann kommt es doch anders.

Die Hitzewelle fängt wieder an

In den letzten Augusttagen fängt die Hitzewelle wieder an, es wird schönes, hochsommerliches Wetter vorhergesagt und die Temperaturen steigen oft bis auf 30 Grad. Die Straßencafés sind brechend voll und die Karlsruher Freibäder werden täglich von riesigen Menschenmengen besucht. Aus diesem Grund wird Anfang September das Durlacher Schwimmfest, das seit Monaten für 3. September geplant war, kurzfristig abgesagt. Die Stadtverwaltung möchte nicht den zu erwartenden Tausenden von Badegästen für mehrere Stunden das Becken sperren. Da das Fest erst 48 Stunden zuvor abgesagt wird, ist der 1. Durlacher Schwimmverein ziemlich verärgert.

Hochsommerliche Hitze im September 1961.

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Hochsommerliche Hitze im September 1961.
Foto: Stadtarchiv Karlsruhe A8_55_1_39

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Hochsommerliche Hitze im September 1961.
Foto: Stadtarchiv Karlsruhe A8_55_1_39

An diesem ersten Wochenende im September gibt es einen Massenansturm in den Karlsruher Freibädern. Bei Höchsttemperaturen von über 30 Grad werden am Samstag über 21.000 und am Sonntag 24.400 Personen gezählt. In Rappenwört und Rüppurr gibt es am Sonntag 9000 bzw. 7500 Besucher und im Turmbergbad herrscht auch Hochbetrieb.

Nach Angaben des Frankfurter Wetteramtes ist ein Ende der Hitzewelle noch nicht in Sicht. Paris erlebt gerade auch eine Hitzewelle, die für die Jahreszeit völlig ungewöhnlich ist. Am 18. September ist der Rekord übertroffen – das letzte Mal, dass es an diesem Tag heißer war, war im Jahr 1895.

Rekordzahlen für die Freibäder im September

In diesem Jahr wird auch der Rekord des bisherigen Rekordjahres 1958 in den Karlsruher Freibädern gebrochen. Man hatte erwartet, dass die Hitzewelle Mitte September vorbei ist und die Freibäder hatten geplant, nach dem 15. September mit dem Abbau anzufangen. Stattdessen jedoch wird zusätzliches Personal in die Bäder geholt. Die Besucherzahlen liegen insgesamt bis dahin bei 611.000. Allein am 18. September kommen 10.600 Badegäste – 1300 in Rappenwört, 4300 in Rüppurr, 3200 in Durlach und 1800 im Rheinhafenbad.

Hitzewelle in Karlsruhe 2026. (Archivbild)

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Foto: Thomas Riedel

Bei Herbstbeginn am 23. September sind die Bahnen immer noch mit Badegästen gefüllt – täglich besuchen immer noch 6.500 bis 7.500 Menschen die Freibäder, sowas hat es noch nie in der Karlsruher Badegeschichte gegeben.

Ab 28. September wird in Karlsruhe ein neuer Wärmerekord verzeichnet: 27.6 Grad, mehr als jemals in den letzten 90 Jahren. Erst in den Tagen danach normalisieren sich die Temperaturen wieder auf das für diese Jahreszeit übliche Niveau.