Es hat in Langstadt also einen großen Umbruch gegeben. Von einem direkten Wiederaufstieg will Wolfgang Kern daher nichts hören: „Wir müssen abwarten, wie wir in die Saison kommen. Gleich das erste Spiel gegen Aufsteiger Tvgg Lorsch wird eine hohe Hürde sein. Danach geht es zum SV Münster, ehe die FSG Riedrode zu uns kommt. Dann haben wir einen ersten Fingerzeig, wie die Saison verlaufen könnte.“ Die Mannschaft um Trainer Max Martin steht also nicht unter Druck. Andererseits sehen viele Beobachter die SG als eine Mannschaft, die vorne mitspielen kann. Das ist auch ein Anspruch, den der Verein selbst hat, ohne jedoch dies zu forsch zu kommunizieren. Doch es herrscht Aufbruchstimmung in Langstadt.
Eigentlich lief es beim TSV Altheim in der ersten Gruppenliga-Saison bis zur Winterpause optimal. Mit 33 Punkten und Platz sechs beendete die Mannschaft von Trainer Adis Ahmetovic den ersten Runden-Abschnitt. Danach holte man aber nur noch zehn Punkte und konnte nur dank der starken Hinrunde die Klasse halten. „Das war eine schwierige Zeit. Wir konnten unsere finanziellen Vereinbarungen gegenüber den Spielern nicht mehr einhalten. Die reagierten teilweise mit Boykott“, sagt Ahmetovic. Mit viel Mühe gelang es, die Runde zu überstehen. Groß war deshalb der Umbruch. 15 Spieler verließen den Verein, eine große Zahl neuer Akteure wurde geholt. Die wichtigsten Neuzugänge sind Flavio Cuna (Türk Gücü Frankfurt), Adin Imamovic, Louis Adjei (beide Hellas Darmstadt) und Torwart Jan Schickedanz (RW Darmstadt).
Zusammen mit den 14 verbliebenen Feldspielern glaubt Ahmetovic, eine Mannschaft geformt zu haben, die gute Chancen hat, erneut die Klasse zu halten: „Wenn es gut läuft, kommt vielleicht auch ein einstelliger Tabellenplatz heraus. Die Qualität in der Mannschaft ist jedenfalls vorhanden.“ Rund um das Team hat sich ebenfalls einiges getan. Ahmetovics Suche nach neuen Sponsoren verlief erfolgreich, sodass die finanziellen Grundlagen für den Spielbetrieb gesichert sind. Zudem hat er mit Marco Stanic (zuvor RW Darmstadt II) einen neuen Co-Trainer, der ihm Arbeit abnimmt. Auch die Funktion des Sportlichen Leiters konnte er in andere Hände legen, sodass die Konzentration auf der Mannschaft selbst liegt. „Wir gehen mit großer Freude in die neue Runde“, betont Ahmetovic, zumal die Testspiele sehr positiv verliefen. So gab es gegen Verbandsligist FC Kalbach ebenso einen 2:0-Erfolg wie gegen Gruppenligist Tempo Frankfurt. Der Spielplan sieht gleich die Derbys gegen Groß-Bieberau und Münster vor. Hinzu kommen im ersten Spiel die FSG Riedrode und in der dritten Partie die TS Ober-Roden. Altheim will für Überraschungen sorgen.
SV Münster vor anspruchsvoller Saison
Gleiches gilt auch für den SV Münster, der nur wenige Ab- und Zugänge zu verzeichnen hat. Trainer Naser Selmanaj sieht seine Mannschaft gut aufgestellt. Vor allem auf Rückkehrer Adrian Postall setzt er große Hoffnungen: „Unsere Qualität in der Offensive werden wir mit ihm steigern können.“ Auch Nemanja Parmakovic von der SG Langstadt/Babenhausen soll ebenso wie Cevet Yildirim von der TS Ober-Roden Akzente setzen. Zudem will Selmanaj wieder Spielern aus der A-Jugend eine Chance geben, sich mittelfristig in der Gruppenliga-Elf zu etablieren. Wieder einmal verlief jedoch aus seiner Sicht die Vorbereitung nicht optimal: „Es war ein Kommen und Gehen. Urlaube, berufliche Verpflichtungen und einiges andere haben dazu geführt, dass das Einspielen einer Stammelf unmöglich ist.“ Ein Problem, mit dem viele Trainer zu kämpfen haben.
Mit Blick auf die Liga sieht Selmanaj wieder einmal eine anspruchsvolle Saison auf den SVM zukommen. Allerdings erkennt er keinen Topfavoriten wie in der vergangenen Saison den späteren Meister VfB Ginsheim. Dennoch sieht er im FC Fürth und der SG Langstadt/Babenhausen zwei Teams, die ganz vorne mitspielen könnten. Platz sieben, den der SVM in der letzten Spielzeit erreicht hat, möchte Selmanaj toppen. Das Potenzial habe seine Mannschaft. Jedenfalls gehört der SV Münster zu den Teams, die im oberen Tabellendrittel der Gruppenliga angesiedelt sein könnten. Hierüber wird auch ein guter Start in die Saison entscheiden. Am Sonntag geht es im ersten Spiel zu Ligarückkehrer TSV Höchst, danach empfängt man Langstadt/Babenhausen, bevor es zur TSV Auerbach geht. Ein anspruchsvoller Saisonstart also, den der SV Münster erfolgreich bewältigen will.