Nach der Ankunft Zehntausender Migranten in der spanischen Exklave Ceuta in Nordafrika verstärkt Frankreich seine Grenzkontrollen zu Spanien. Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez sagte, dass er angesichts der Lage in Ceuta bereits am Donnerstagabend Anweisungen erteilt habe, die Kontrollen an der Grenze unverzüglich zu verstärken. »Wir haben eine mobile Einheit, die permanent im Einsatz ist. Wir werden natürlich Maßnahmen ergreifen, wenn es Bewegungen in Richtung französisches Territorium gibt.« Die schnelle Eingreiftruppe der Grenzschutzbehörde werde für Kontrollen auch im Hinterland eingesetzt.
Auch die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sagte, ihr Land sei bereit, »mit außerordentlichen Maßnahmen zum Schutz der Grenzen und der Sicherheit der Bürger einzugreifen, einschließlich der Aussetzung des Schengenraums mit Spanien«. Meloni nannte die Bilder aus Ceuta »schockierend«. Ihre Regierung sei dabei, »die zuständigen Stellen zusammenzubringen«, schrieb sie im Onlinedienst X. Sobald dieses Treffen abgeschlossen sei, »sind wir bereit zu handeln«.
Spaniens Außenminister kritisiert Melonis Äußerungen als »unangemessen«
Die spanische Regierung bestellte wegen der Äußerungen Melonis den Botschafter von Italien ein. Spaniens Außenminister José Manuel Albares warf seinen italienischen Kollegen vor, die Einwanderung für politische Zwecke zu instrumentalisieren. Solche Äußerungen seien »unangemessen« für »ein befreundetes Partnerland«.
Finnlands Innenministerin Mari Rantanen, ebenfalls Mitglied einer rechtsgerichteten Partei, lobte Melonis Vorschlag und sagte, die EU solle dem Beispiel Italiens folgen. Spanien habe »vollkommen dabei versagt, die Außengrenze des Schengenraums vor dem Angriff zu schützen«, schrieb Rantanen im Onlinedienst X. »Länder, die ihren Verpflichtungen zum Schutz der Außengrenzen nicht nachkommen, können nicht Teil von Schengen sein.«
Merz begrüßt Spaniens Absicht, keine illegalen Migranten aufs europäische Festland zu lassen
Inzwischen äußerte sich auch Bundeskanzler Friedrich Merz. Er sagte, er begrüße Spaniens Absicht, keine illegalen Migranten mehr auf das europäische Festland zu lassen. Die Bundesregierung stehe in Kontakt mit der spanischen Regierung.
© Lea Dohle
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Die Lage in der spanischen Exklave Ceuta in Nordafrika hatte sich über Nacht verschärft, nachdem innerhalb der vergangenen Tage schätzungsweise 60.000 Menschen über die Grenze zu Marokko in die autonome Stadt gelangt waren. Viele Menschen erreichten Ceuta schwimmend, einige über Land. Mindestens 34 Menschen wurden laut offiziellen Angaben tot aus dem Wasser geborgen. Auch in die 250 Kilometer östlich gelegene spanische Exklave Melilla gelangten viele Menschen. Etwa 400 Migranten sollen zwei Grenzübergänge von Marokko aus auf dem Landweg überwunden haben.
Ceuta
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