
Stand: 03.08.2026 08:02 Uhr
Die Alu-Gießerei EGA Leichtmetall in Hannover-Ricklingen setzt schon lange auf Nachhaltigkeit und nutzt für ihre Produkte einen hohen Anteil an recyceltem Alt-Aluminium. Nun entsteht ein neues Werk.
Die Produktionsstätte soll im 40 Kilometer entfernten Steyerberg im Landkreis Nienburg gebaut werden. Ende 2028 soll sie in Betrieb gehen. Gebaut wird keine weitere Gießerei, sondern ein Recyclingbetrieb für Alu-Schrott. Das Altmetall soll dort zunächst sortiert und anschließend so verarbeitet werden, dass daraus wieder neue Produkte gegossen werden können. Die EGA Leichtmetall will damit nicht nur die eigene Gießerei mit Aluminium versorgen, sondern auch andere Gießereien beliefern. Für den Bau des Werks will das Unternehmen 145 Millionen Euro investieren.
Nachhaltiges Wirtschaften als Wachstumsmotor

EGA Leichtmetall nutzt möglichst viel recycelten Alu-Schrott für die Gießerei.
Für den Geschäftsführer der Leichtmetall-Gießerei, Thomas Witte, ist ressourcenschonende Produktion ein Wettbewerbsvorteil in der derzeitigen Wirtschaftskrise. Die aktuelle geopolitische Situation zeige, dass dadurch die Versorgung gesichert werden könne.
Sein Werk in Ricklingen verwendet schon heute zu 80 Prozent recycelten Aluminium-Schrott. Daraus fertigt die Gießerei spezielle Bolzen unter anderem für die Luft- und Raumfahrt sowie für die Rüstungsindustrie. Aktuell arbeiten dort rund 70 Beschäftigte. Mit dem neuen Werk in Steyerberg werden weitere 200 Arbeitsplätze hinzukommen, sagt Witte.
„Das modernste Werk seiner Art in Europa“

Auf dieser noch brach liegenden Gewerbefläche in Steyerberg soll das Alu-Recyclingwerk entstehen.
Schrott ist nicht gleich Schrott, betont Harm Lange, Prokurist bei EGA Leichtmetall. „Das ist wie bei Kuchenteigen oder Suppen. Die schmecken alle unterschiedlich und lassen sich nicht beliebig mischen.“
Für Alu-Gießereien bedeutet das, dass sie das passende Altmetall für ihre Produkte meist erst aufwendig aus Schrottlieferungen selektieren müssen. „Genau das kann unser Recyclingwerk in Steyerberg künftig für sie übernehmen“, sagt Lange. Die hannoversche Gießerei sei darauf schon lange spezialisiert. Nun werde sie das in großem Stil fortführen.

In Goslar soll Europas größte Wolfram-Recycling-Anlage entstehen. Die Firma H.C. Strack hat den Ausbau angekündigt.

Die Unternehmen in Niedersachsen sind etwas optimistischer. Hilfreiche Maßnahmen müssten jedoch erst noch wirksam werden.

Die EU plant eine Reform. Für die Industrie geht es um viel Geld – und darum, wie schnell sie klimafreundlicher werden muss.