Halle-Hörste. Liebhaber von Lederhose und Tracht müssen dieses Jahr ganz stark sein, denn beim diesjährigen Hörster Volksfest (14. bis 16. August) kann beides getrost im Schrank bleiben. Das sogenannte Volkstoberfest, das man aus namensrechtlichen Gründen nicht Oktoberfest hatte nennen dürfen, wurde für dieses Jahr aus dem Programmheft gestrichen. Die vergangenen drei Jahre war unter diesem Motto der Startschuss am Freitag gefallen beziehungsweise das erste Fass angestochen worden. Im Stile eines echten Bayern hatte Bürgermeister Thomas Tappe dies stets souverän erledigt. Diesmal ist er in offizieller Funktion erst am Sonntag bei einer Rede am Mahnmal gefragt.
„Gestorben ist das Volkstoberfest nicht, nur ausgesetzt“, erklärt Tom Wollschläger, Vorsitzender der Landjugend Hörste und Mitglied des Hörster Festausschusses. „Wir wollen mal etwas Neues ausprobieren. Es kann aber sein, dass das Volkstoberfest wiederkommt.“ Jürgen Knehans, Automechaniker aus dem Dorf und Organisator des traditionellen Oldtimertreffs am Sonntag, ergänzt: „Wir wollen gerne alle Hörster ansprechen und nicht nur die, die gerne eine Seppelhose anziehen.“ Statt Dudelmusik, Bierkrugheben und Dirndl-Wettbewerb sollen es dieses Jahr eine „Afterwork-Party“ und Live-Musik der Band Outback sein.
„Wir wollen die Leute animieren, ihren Feierabend bei uns zu verbringen“, sagt Björn Holtmann. Daher fange die Party dieses Jahr sogar bereits um 16.30 Uhr statt – wie üblich – um 18 Uhr an. „Wir machen alles, um mehr Bier zu verkaufen“, kommentiert Andreas Schäper, Vorsitzender der TG Hörste, gewohnt trockenhumorig. Zu guter Sitte ist es mittlerweile geworden, dass zu späterer Stunde ab 22 Uhr DJ Max Zimmermann übernimmt und Musik aus den 80ern und 90ern auflegt. Daran wurde auch diesmal nicht gerüttelt.
Menschenkickerturnier am Samstag
Mit 25 Jahren Bühnenerfahrung vereinen Outback in ihren eigenen Coverversionen den Sound von Rock, Pop und Blues. Das nächste Mal treten sie auf dem Hörster Volksfest auf.
| © Outback
Ein Hauch der früher abgehaltenen Montagsspiele weht am Samstag durch das Dorf. Fred Pischner aus der Hörster Fußballabteilung organisiert ein „Menschenkickerturnier“. Dabei spielen zwei Teams mit je sechs Spielern in einem aufblasbaren Kicker gegeneinander und sind dabei an Leinen befestigt. „Man kann sich aber ein bisschen in alle Richtungen bewegen“, erklärt Schäper. Für den Spaß anmelden kann man sich bei Fred Pischer unter Tel. 0160 5352700.
Ansonsten wird Bekanntes geboten: Hüpfburg, Kinderschminken, von 18 bis 19 Uhr Kinderdisco. Ab 18 Uhr gibt es auf dem Festplatz Spezialitäten und Getränkestände. Dort werde dieses Jahr etwa auch der „ElSi Pub“ vertreten sein, an dessen Stand Whiskey, Guinness, Kilkenny und Cidre unter die Leute gebracht wird.
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Nach dem Fackelumzug um 21 Uhr startet das große Highlight: der Hemdsärmelball. Die Tanzveranstaltung findet auch dieses Jahr in offenem Zelt ohne Eintritt statt. Trotz immer wieder aufkommender Geldsorgen wollen die Veranstalter am etablierten Konzept festhalten. Beim Dorfgemeinschaftsfest in Brockhagen kostet der Zugang zur Samstagabendparty im Zelt (29. August) bekanntlich Geld, während das übrige Festgelände kostenlos begehbar ist.
Kostenloser Eintritt nur durch Spenden möglich
Zwar nehmen die Mitglieder des Hörster Festausschusses wahr, dass die Party des Nachbardorfes dennoch gut angenommen wird. Für das Volksfest sei diese Herangehensweise aber nichts, sind sie sich einig. „Das Spontane geht dadurch verloren“, findet etwa Björn Holtmann und Tom Wollschläger pflichtet ihm bei: „Das passt hier einfach nicht her. Jeder hat da sein eigenes Konzept.“ Umso dankbarer ist Peter Goldbecker daher für die Zuwendungen von Privatpersonen und die Unterstützung der Stadt. „Ohne diese finanzielle Hilfe wäre das nicht möglich“, betont der Hörster Löschzugführer.
Die Spenden ermöglichten es auch, dass der Marsch der Vereine am Sonntag (ab 14 Uhr) wieder von einem Spielmannszug begleitet werde. Darüber hinaus dient der letzte Festtag den Motorenfreunden der Region dazu, beim Oldtimertreff ab elf Uhr ihre Schätzchen zu präsentieren. Begleitet wird das Ganze mit Live-Musik von der Band mit dem passenden Namen „Herzattacke“.
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