
Nach dem krachend gescheiterten Investorendeal droht die UEFA dem angezählten FIFA-Boss Gianni Infantino mit rechtlichen Schritten.
Wie der „Telegraph“ und die „Financial Times“ berichten, hat die UEFA den Weltverbandspräsidenten aufgefordert, sämtliches Material im Zusammenhang mit dem Vorhaben nicht zu vernichten. Entsprechende Schreiben gingen demnach unter anderem auch an Technologieinvestor Joshua Kushner, der eine Schlüsselrolle bei dem Projekt hätte einnehmen sollen. Eine offizielle Bestätigung lag zunächst nicht vor.
„Die UEFA teilt hiermit förmlich mit, dass sie aktiv die Einleitung rechtlicher Schritte, eines Schiedsverfahrens und/oder Beschwerden bei den zuständigen Aufsichtsbehörden prüft. Diese beziehen sich auf den von der FIFA vorgeschlagenen FFE-Plan sowie auf alle damit in Zusammenhang stehenden Angelegenheiten“, zitiert der „Telegraph“ aus dem UEFA-Schreiben.
„Sie und die FIFA sind verpflichtet, unverzüglich alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um sämtliche in diesem Schreiben bezeichneten Dokumente und elektronisch gespeicherten Informationen zu identifizieren, aufzufinden und zu sichern, die sich in Ihrem oder im Besitz, Gewahrsam oder unter der Kontrolle der FIFA befinden“, heißt es weiter.
Plan vom vergangenen Dienstag
Am Dienstag (28.07.2026) hatte die FIFA mitgeteilt, dass sie eine Gesellschaft gründen wolle, die alle kommerziellen Aktivitäten und Turnierorganisationen des Weltverbandes bündeln soll. An dieser Gesellschaft namens FIFA Forward Enterprise (FFE) sollen dann Anteile an Investoren verkauft werden, um noch viele Milliarden Euro mehr als jetzt schon umzusetzen.
Das Vorhaben stieß auf massiven Widerstand, so hatte die UEFA einen Boykott aller FIFA-Turniere angekündigt. Der Fußball-Weltverband FIFA hatte daraufhin Samstagfrüh in einer Stellungnahme seine Investorenpläne aufgegeben.
„Verantwortliche benennen und zur Rechenschaft ziehen“
Die UEFA fordert nach der Affäre umfassende Veränderungen beim Weltverband – und greift Infantino direkt an: „So kann es nicht weitergehen – mit geheimen Vorhaben, die im Eilverfahren vorangetrieben werden, von anonymen Akteuren ausgearbeitet wurden und deren Nutzen für den Fußball mehr als fragwürdig ist. Wir müssen die Verantwortlichen benennen und sie zur Rechenschaft ziehen.“
Unterstützung für die UEFA kam auch von jenseits des Atlantiks: Die für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik zuständige CONCACAF forderte am Samstag eine „umfassende Aufarbeitung dieser Präsidentschaft“. Die Idee eines Verkaufs von WM-Anteilen sei „das Symptom einer Führung, für die der Fußball nicht mehr an erster Stelle steht“.