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Nach der 2:1-Generalprobe gegen Union Berlin hat Trainer Thomas Stamm (43) seine Startelf für den Zweitliga-Auftakt am Samstag in Nürnberg quasi gefunden. BILD geht die Positionen durch. Mittlerweile wirken zehn Posten fest vergeben, auf zwei davon offenbarte die Anfangsformation noch Wackler gegen den Bundesligisten.
Der Defensivblock steht – erstmal
Im Tor ist die Entscheidung für Tim Schreiber bereits durchgesickert. Stamm sagt: „Da braucht es für mich kein Gespräch mehr, das muss gar nicht geführt werden, weil es ein laufender Prozess ist.“ Sprich: Elias Bethke darf sich auch weiter anbieten.
In der Viererkette davor sind von links nach rechts Alexander Rossipal, Friedrich Müller, Thomas Keller und Jonas Sterner vorgesehen. Auffällig allerdings: Gegen die Berliner hatten die Außenverteidiger Rossipal und Sterner in der Deckung und Rückwärtsbewegung noch Schwierigkeiten. Dahinter können sich Brooklyn Ezeh und Simon Straudi auf Dauer Hoffnungen machen. Gesamt wirkt die Abwehr auch bei der Entscheidung zwischen Friedrich und Ahmet Muhamedbegovic etwas enger beisammen. Trotzdem wird Stamm vorm Liga-Start kaum mehr tauschen.

Jonas Sterner (2. v. re.) wackelte defensiv ein paar Mal auch beim Gegentor gegen Union zum 0:1
Foto: Olaf Rentsch
Der Schweizer erklärt: „Natürlich sind es jetzt eher zwei bis drei Positionen, die gesamt noch offen sind. Dass du jetzt nicht mehr alles über den Haufen wirst, ist klar. Im Tor hat man letztes Jahr gesehen, dass Konkurrenzkampf beflügeln kann. Der Mensch neigt dazu, bequem zu werden. Deshalb geht es da um eine optimale Mischung.“
Am Mittelfeldzentrum gibt’s nichts zu rütteln
Fest gezurrt ist die Lage in der Schaltzentrale. Nicolai Rapp als Mittelfeld-Abräumer sowie Robert Wagner als Achter und Niklas Hauptmann als Spielmacher sind gesetzt. Ebenfalls ohne Zweifel gehören Vincent Vermeij in der Sturmspitze und Ben Bobzien auf der linken Offensivseite ins 4:3:3 oder je nach Gegner leicht nach hinten verschobene 4:2:3:1-System, zwischen dem der Trainer gern pendelt.
Aber es gibt noch ein letztes heißes Duell in der neuen STAMM-Elf! Rechts vorn durfte gegen Cottbus im vorletzten Test noch Jakob Lemmer beginnen, gegen Union war es nun Kaan Inanoglu, der neben Rapp der zweite Neuzugang in der Anfangsaufstellung sein könnte.

Ball und Startelf im Blick: Kaan Inanoglu im gelben Trikot bei Dynamo Dresden
Foto: Olaf Rentsch
Stamm schätzte dessen Leistung so ein: „Das war gut und engagiert. In manchen Momenten aber vielleicht – wie bei einigen anderen auch in der ersten Hälfte – etwas unglücklich, viele einfache Ballverluste. Von der Idee ist es bei ihm genau richtig, aber da müssen wir nochmal besser rauskommen aus diesen Situationen. Dann hast du mehr Torgefahr.“
Lemmer machte nach seiner Einwechslung nochmal Druck, wollte es dem SGD-Coach unbedingt zeigen. „Lemmi muss ich gar nicht kitzeln, er gibt immer Vollgas“, meint Stamm. „Er hat letzte Woche nicht sein bestes Spiel gehabt. Wenn man sieht, was Kaan für Scorerpunkte in der Vorbereitung hatte, dann geht es auch ums Bauchgefühl. Es ist sicher eine Position, die besonders hart umkämpft ist.“
Taktik entscheidet wohl das heißeste Duell
Die taktische Ausrichtung auf Nürnberg könnte entscheiden. Der Cheftrainer: „Kaans Vorteil: Er ist nicht nur im Flügel, sondern eher auch zentral einsetzbar. Da ist die Frage, willst du mehr Zwischenraum oder mehr Tiefe? Da ist er nicht eins zu eins der gleiche Spieler wie Lemmi.“ Dafür glaubt Stamm, dass Inanoglu noch etwas Zeit brauchen könnte, um stabile Spiele in der 2. Liga abzurufen.
Generell meint der Übungsleiter: „Mich interessiert, welche 20 Spieler sind die Richtigen gegen Nürnberg. Die müssen wir finden, dann haben wir eine höhere Sieg-Wahrscheinlichkeit.“ Und er fasst zusammen: „Wir haben einen super engen Konkurrenzkampf. Mich hat es nicht überrascht, dass die Jungs da auch in der Schlussphase gegen Berlin drücken. Wir haben unter der letzten Wochen für uns zusammen wieder Ziele und Werte definiert. Das wird in die Richtung gehen, nicht in Spielen 3:1 zu führen und 3:3 zu spielen.“ Joker-Rollen können also wertvoll sein!