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Er ist eine Torwart-Legende. Jeweils 203 Pflichtspiele machte Frank Rost (52) für Werder und den HSV, wurde mit den Bremern Meister und zweimal Pokalsieger. Die BILD-Kolumne – Klartext von Rost!
Von Frank Rost
Wenn Werder sich da nicht mal ein Eigentor geschossen hat … Mit großer Verwunderung habe ich die Verpflichtung von Österreichs Nr. 1 Alexander Schlager wahrgenommen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein Nationalkeeper nach Bremen wechselt, um dort hinter Karl Hein die zweite Geige zu spielen. Er ist immer noch im besten Torwart-Alter, da muss es eigentlich sein Anspruch sein, im Kasten zu stehen.
Grundsätzlich finde ich es ja gut, dass Werder zwei ähnlich starke Torhüter im Kader hat. Was mich jedoch ziemlich stört, ist die Kommunikation von Werder in dieser Sache. Erst stellen sie Hein als klare Nr. 1 vor, dann kassieren sie öffentlich den unangefochtenen Status wieder ein. Das kann ich nicht verstehen und sorgt nur für Unruhe. Was durch diese unklare Kommunikation passieren kann, hat man beim DFB-Team unter Julian Nagelsmann gesehen. Erst ernennt Nagelsmann Oliver Baumann zur klaren Nr. 1, dann die Rolle rückwärts und Neuer steht plötzlich wieder im Tor. Damit werden beide Keeper verunsichert.

Torwart-Legende Frank Rost (52) spricht in seiner BILD-Kolumne Klartext über Werder
Meine Meinung: Werder muss sich ÖFFENTLICH eindeutig zu Hein bekennen und ihm eine Garantie aussprechen, am 1. Spieltag im Tor zu stehen. Funktioniert es nicht, kann man immer noch wechseln. Aber dieses Vertrauen muss ein Torhüter spüren. Darüber hinaus hat Werder viel größere Baustellen. Es fehlt immer noch ein Stürmer, der Tore garantiert.
Insgesamt sehe ich die Transfer-Politik in diesem Sommer etwas skeptisch. Klar, es ist gut, dass Werder schon einige Neue geholt hat. Inwiefern sie aber helfen können, bleibt abzuwarten. Ich verstehe jedoch nicht, warum Werder Spieler wie Cedric Itten von Absteigern holt. Solch ein Negativ-Erlebnis ist häufig fest im Kopf verankert und kann nicht so leicht wieder gelöst werden. Ein, zwei Top-Verpflichtungen würden Werder daher richtig guttun. Aber klar, das Geld fehlt.

Kommt ablösefrei von RB Salzburg: Torwart Alexander Schlager (30)
Foto: picture alliance/Fotostand
Mein Tipp: Früh in der Jugendarbeit die Talente mit guter Arbeit vom Werder-Weg zu überzeugen und so Werte zu schaffen, die eng mit der Vereinsgeschichte verbunden sind. Dadurch kann eine starke Identifikation mit dem Klub entstehen. Dass es geht, hat man bei Mio Backhaus gesehen. Ihn für viele Millionen zu verkaufen, war unter den Umständen richtig.
Ich würde Werder hingegen dringend davon abraten, auch Jens Stage noch abzugeben. Geld-Not hin oder her. Er ist die Bremer Lebensversicherung und der torgefährlichste Spieler im Kader. Wenn Werder Stage verkauft und keinen gleichwertigen Ersatz bekommt, droht wieder eine Sorgen-Saison.