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Dass sich ein Traditionsklub derart den Beistand von ganz oben holt, hat es wohl so auch noch nicht gegeben. Fußball-Zweitligist Dynamo Dresden und die Frauenkirche starten für die nun beginnende Saison eine Kooperation. Anlass ist der 300. Jahrestag der Grundsteinlegung des Dresdner Wahrzeichens. Doch die Zusammenarbeit soll noch tiefer gehen.
Unter der Botschaft „Frieden auf unseren Plätzen“ und dem biblischen Leitmotiv „Suchet der Stadt Bestes“ (Jeremia 29,7) wollen die SGD und die Stiftung der Frauenkirche gemeinsam ein Zeichen für Verantwortung und Zusammenhalt setzen.
Dynamo schreibt: „Im Jubiläumsjahr soll die Kooperation dazu beitragen, den Dialog zwischen unterschiedlichen Generationen, Lebenswelten und Milieus zu fördern. Sie soll einladen, den Blick auf das Verbindende zu richten, das unsere Stadtgemeinschaft auszeichnet.“
Zu DDR-Zeiten wäre das undenkbar gewesen
Salopp gesagt könnte man meinen: Hier verbrüdern sich zwei „Religionen“. Denn die Strahlkraft des Vereins in der Stadt ist immens, genauso wie die Bedeutung der Frauenkirche darüber hinaus. Dazu hat es eine historische Komponente. Zu DDR-Zeiten, in der die Kirche im sozialistischen Gesellschaftsbild durchgängig unterdrückt wurde, wäre diese Zusammenarbeit undenkbar gewesen. Jetzt schließen sich Glaube, Liebe, Hoffnung und Dynamo nicht aus – im Gegenteil.

Die Dynamo-Fanszene hatte im Frühjahr bei dieser Choreo gegen Bochum kirchliche Motive Dresdens dargestellt
Foto: picture alliance/dpa
Es heißt: „Im Rahmen der Kooperation sind daher verschiedene gemeinsame Aktivitäten und Projekte geplant, die die historische Bedeutung des Jubiläumsjahres würdigen und zugleich aktuelle Themen des gesellschaftlichen Miteinanders aufgreifen.“
So waren über das Stiftungsnetzwerk der Frauenkirche Dresden zur Saisoneröffnung 300 benachteiligte Menschen und Kinder zum Testspiel gegen Union Berlin (2:1) im Stadion. Wenn am 26. August der 300. Jahrestag der Grundsteinlegung begangen wird, soll die Zweitliga-Mannschaft nach BILD-Informationen ebenfalls beim Festakt dabei sein.
SGD-Geschäftsführer Stephan Zimmermann (39): „Sowohl die Frauenkirche als auch Dynamo Dresden sind eng mit der Geschichte und Identität der sächsischen Landeshauptstadt verbunden. Mit der Zusammenarbeit wollen wir ein gemeinsames Zeichen setzen – für unsere Stadt, für ein respektvolles Miteinander und für die Verantwortung, die wir alle für Dresden tragen.“
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Sowohl besondere Kirchenführungen sind in Planung als auch ein kleiner Rabatt für Vereinsmitglieder der SGD beim Aufstieg in die Kuppel. Außerdem wird die Stiftung beim Aktionsspieltag „Love Dynamo, Hate Racism“ mitwirken.
„Ziel ist es, möglichst viele Menschen einzuladen, sich mit den Werten Frieden, Gemeinschaft und Verantwortung für das Gemeinwesen auseinanderzusetzen“, formuliert es der Ostklub.
Die Geschäftsführenden der Stiftung Frauenkirche Dresden, Maria Noth und Markus Engelhardt verweisen darauf, dass Gemeinschaft stets mit Verantwortung füreinander einhergeht: „Frieden wächst, wo wir aufeinander zugehen, Verschiedenheit wertschätzen und das Verbindende suchen. Ob auf dem Neumarkt, im Stadion, am Arbeitsplatz oder zu Hause: Es liegt in unserer Hand, ob Miteinander gelingt. Die Botschaft ‚Frieden auf unseren Plätzen‘ verbindet dabei unsere jeweiligen Wirkungsorte und weitet den Blick dennoch über sie hinaus. Der Bibelvers ‚Suchet der Stadt Bestes‘ ist Auftrag und Ermutigung zugleich.“
Vielleicht kommt es ja sogar zum „Rückspiel“, einem Gottesdienst im Harbig-Stadion. Überraschend ist die neue Dresdner Allianz allemal. Aber genau das birgt Chancen für beide Seiten…