Vor allem bei Kindern ist die neue Attraktion auf dem Augsburger Rathausplatz beliebt – aber man sieht auch Erwachsene, die sich bei der Sommerhitze eine Erfrischung gönnen: Mit einem langen Wasserschlauch, welcher Sprühnebel produziert, will die Stadt Augsburg für eine willkommene Abkühlung bei den hohen Temperaturen sorgen. Allerdings gibt es dafür nicht nur Lob. Die Aktion ruft ganz unterschiedliche Reaktionen hervor. Einige kritisieren sie als überflüssig oder werfen der Stadt gar eine schlechte Umweltpolitik vor.

Mehr Bäume, weniger Versiegelung: Wünsche der Augsburger angesichts der Hitze

Ein paar hundert Liter Trinkwasser pro Tag werden laut einem Vertreter der Stadt für die Abkühlung auf dem Rathausplatz verwendet. Einige freuen sich über das kühle Nass: „Bei dieser Hitze ist es eine echt gute Idee und alle sind dankbar“, schreibt eine Nutzerin auf Instagram. „Ich kam von der Jakobervorstadt rauf geradelt und war sehr freudig überrascht. Hab mich gleich mal erfrischt“, schreibt eine andere Nutzerin.

Viele äußern in den sozialen Medien jedoch auch Kritik oder wünschen sich stattdessen Alternativen: Mehr Stadtgrün, Schattenflächen und Entsiegelung nennen einige Augsburgerinnen und Augsburger ihre Wünsche. Auch bei anderen Themen rund um Hitze und Umwelt wird immer wieder deutlich: Die Menschen in Augsburg wünschen sich mehr Bäume in der Innenstadt.

Ein Mann bemängelt: „Private Leute sollen kein Wasser in ihren Garten sprühen, aber dort wird ohne Ende Wasser verschwendet.“ Diesen Vorwurf weist die Stadt zurück. Auf Anfrage antwortet ein Vertreter: „Der Vorwurf der Verschwendung greift in Augsburg geologisch ins Leere. Unser Trinkwasser kommt aus einem mächtigen Grundwasserstrom der Alpen, der stetig nachfließt. Man kann dieses Wasser nicht für spätere Jahre ‚aufsparen‘ – es fließt einfach weiter.“

Trinkwasser in Augsburg: Trockenheit ist bis jetzt kein Problem

Über Wassermangel müsse man sich in Augsburg keine Sorgen machen. „Auch bei länger anhaltender Trockenheit und Hitzeperioden schwankt der Grundwasserpegel nur wenig, sodass wir auch bei Mehrbedarf und anhaltender Trockenheit genügend Wasser zur Verfügung haben. Dennoch sollten wir mit dem Trinkwasser immer sorgsam und bewusst umgehen“, so der Sprecher.

Auch die Stadtwerke hatten zuletzt auf Anfrage unserer Redaktion betont, dass es in Augsburg trotz der extremen Trockenheit wegen des starken Grundwasserstroms, anders als etwa in Teilen von Friedberg, derzeit keinen Mangel an Trinkwasser gebe – und auf absehbare Zeit auch keine solche Situation zu erwarten sei. An heißen Tagen ohne Gewitterregen steige der Wasserverbrauch in der Stadt zwar stark an. Auch das bereite aber derzeit keine Probleme.