Eine Robbe liegt auf einer Sandbank.

AUDIO: Nachrichten 15:00 Uhr – 03.08.2026 (4 Min)

Stand: 03.08.2026 17:14 Uhr

Forschung als Grundlage für Entscheidungen gehört zu den Aufgaben für das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung in Büsum. Trotz der Bedeutung für Schleswig-Holstein wurde zu 2027 der Mietvertrag gekündigt.

Das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung in Büsum steht offenbar vor der Schließung. Der Mietvertrag wurde nach Informationen von NDR Schleswig-Holstein zum 31. März 2027 gekündigt. Der bisherige Träger – die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover – will den Standort an der Nordsee offenbar nicht weiter betreiben.

Schutz von Schweinswalen, Robben und der Nordsee

Eine Schließung wäre auf mehreren Ebenen ein Schlag für Büsum (Kreis Dithmarschen) und den Forschungsstandort Schleswig-Holstein. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse aus Büsum fließen unter anderem in politische Entscheidungen zum Schutz von Schweinswalen, Robben und der Nordsee auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene ein.

Buckelwal in der Ostsee: ITAW bei Strandung angefragt

Auch bei der aufsehenerregenden Strandung eines Buckelwals und den anschließenden Rettungsaktionen wurde regelmäßig die wissenschaftliche Expertise des ITAW angefragt. Zudem verfügt der Standort über wertvolle wissenschaftliche Sammlungen.

Arbeitsplätze an der Westküste betroffen

Nach NDR-Informationen wären von der Schließung zusätzlich 50 bis 60 hoch qualifizierte Beschäftigte aus zehn Nationen betroffen.

Die Direktorin des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW), Prof. Ursula Siebert, die den Standort über Jahrzehnte aufgebaut und geprägt hat, will für den Erhalt kämpfen. Sie hat die Kommunalpolitik um Unterstützung gebeten. Gleichzeitig laufen nach NDR-Informationen Gespräche mit dem Land Schleswig-Holstein, dem GEOMAR und der Christian-Albrechts-Universität Kiel über mögliche Zukunftslösungen.

Kreis: Gemeinsam tragfähige Lösungen suchen

Der Kreis Dithmarschen teilte auf Anfrage mit, man bedauere die Entwicklung rund um den Forschungsstandort sehr. „Die Meeressäugerforschung ist seit vielen Jahren ein wichtiger Bestandteil der Wissenschaftslandschaft in unserer Region und genießt weit über die Landesgrenzen hinaus eine hohe Anerkennung“, sagte eine Sprecherin des Kreises. Ziel sei es nun, gemeinsam mit allen beteiligten Partnern nach tragfähigen Lösungen für den Erhalt der wissenschaftlichen Kompetenz in Büsum zu suchen.

Ein Wal liegt auf einer Sandbank in Niendorf.

Der Buckelwal war in der Nacht in der Lübecker Bucht gestrandet. Ein Aufgebot an Helfern versuchte, das Tier zu retten.

Seehunde liegen auf den Sandbänken vor Pellworm.

Eine Wissenschaftlerin aus Büsum hat die Studie geleitet – der Mensch sei ein großer „Störfaktor“.

Der Buckelwal liegt am Nachmittag des 1. April 2026 vor der Insel Poel.

Meeresforscher sehen auch im Klimawandel einen – zumindest indirekten – Grund dafür, dass Buckelwale vermehrt in Nord- und Ostsee gesichtet werden.