
AUDIO: Nachrichten aus dem Studio Kiel 16:30 Uhr – 03.08.2026 (2 Min)
Stand: 03.08.2026 17:39 Uhr
Eine neue Studie im Auftrag der Stadt Kiel hat knapp 200 Verdachtsfälle auf überhöhte Mietpreise festgestellt. Die Datenbasis sorgt jedoch für Kritik.
In Kiel will die Stadtverwaltung wissen, ob Wohnen in der Landeshauptstadt wirklich immer teurer wird. Dazu hat sie zum ersten Mal eine Studie in Auftrag gegeben, wie aus einer geschäftlichen Mitteilung von Sozialdezernent Gerwin Stöcken (SPD) hervorgeht. Zuerst hatten die „Kieler Nachrichten“ berichtet.
Die Studie hat 194 Verdachtsfälle auf Mietpreisüberhöhung ermittelt. In 15 Fällen besteht außerdem der Verdacht auf Mietwucher. Da es so wenig Fälle sind, wurde laut der Mitteilung auf eine vertiefende statistische Analyse verzichtet. Besonders betroffen seien kleinere Wohnungen bis zu 50 Quadratmetern sowie Wohnungen in guten Wohnlagen und Neuvermietungen.
Unklar, wie die Stadt mit Verdachtsfällen umgeht
Für die Studie wurden gut 2.500 Wohnungen untersucht. Die Stadt betont, dass die Auswertung nur statistische Verdachtsfälle zeigt. Ob tatsächlich gegen geltendes Recht verstoßen wurde, muss in jedem Einzelfall geprüft werden.
Wie die Stadt mit den Verdachtsfällen umgehen will, das ist noch nicht klar. Erstmal soll die Studie im Sozialausschuss Mitte September besprochen werden.

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Kritik an ungenauer Datenbasis
Grundlage der Untersuchung waren Daten aus dem Kieler Mietspiegel 2025: Angaben von Mietern und Vermietern dafür wurden der ortsüblichen Vergleichsmiete gegenübergestellt.
Diese Datenbasis ist gleichzeitig der größte Kritikpunkt des Eigentümervereins Haus & Grund Kiel. Geschäftsführer Sönke Bergmann bezeichnet diese als zu ungenau. Bergmann ergänzt: Mietwucher sei ein Fall für den Staatsanwalt – aber nicht für die Verwaltung.

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